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Pegel bei Kaub weiter gefallen : Der Rhein ist so schmal wie lange nicht mehr

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So schmal wie lange nicht mehr: der Rhein nahe Bad Breisig Bild: dpa

Am Rhein können Fußgänger derzeit Steine und Kies sehen, die sonst nur Taucher erblicken. Der Fluss ist so schmal wie schon lange nicht mehr. Das bereitet den Schiffskapitänen Kopfzerbrechen.

          Der niedrige Wasserstand am Mittelrhein macht der Schifffahrt zunehmend zu schaffen. Der Pegel in Kaub lag am Montag bei 53 Zentimetern und damit nur noch 28 Zentimeter über dem tiefsten je gemessenen Wasserstand aus dem Hitze-Sommer 2003. „Das ist ein extremer Niedrigwasserstand“, sagte Bernhard Meßmer vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bingen. Die Fahrrinne sei in Kaub nur noch 165 Zentimeter tief, in Oestrich 168 und in Koblenz 182 Zentimeter. Schon kleine Binnenschiffe erreichen voll beladen einen Tiefgang von 2,50 Metern. Deswegen könnten viele Schiffe jetzt nur noch zehn Prozent ihrer Ladekapazität aufnehmen, sagte Meßmer.

          Der Pegel sinkt seit Ende November. Für die kommenden Tage sagt der Deutsche Wetterdienst im Einzugsgebiet des Rheins Regen und Schnee voraus. „Aber das sind am Mittelrhein mal zwei, drei vier Liter, keine allzu große Nummer“, sagte eine Sprecherin. In den Alpen schneie es zwar richtig - aber der Schnee bliebe erst einmal liegen, da es dort nicht taue.

          Einstellung der Schifffahrt? Nein!

          Zwischen Mainz und der deutsch-französischen Grenze haben die Schiffe etwas mehr Wasser unter dem Kiel. Dennoch: „Die Schiffe fahren tief abgeladen“, sagte Jörn Heilmann vom Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim. Die Schiffsführer entschieden selbst, ob sie fahren könnten. Eingestellt werde die Schifffahrt nicht. „Wenn jedoch große Havarien auftreten, dann können wir das ändern.“

          Heilmann weist auch darauf hin, dass in Maxau - gegenüber des rheinland-pfälzischen Maximiliansau - die Wasserhöhe schwankt. „Heute untertags ist der Pegel um 10 bis 15 Zentimeter gefallen“, sagte er. Der Grund sei das Wasserkraftwerk in Iffezheim, das manchmal mehr, manchmal weniger Wasser durchlasse. „Wir wissen vorher nicht, wann die Stromerzeuger was machen“, sagte er.

          Extreme Niedrigwasserstände können laut dem Hydrologen Martin Klimmer von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt im Sommer und im Winter auftreten. „Wir hatten auch schon Weihnachtshochwasser“, sagte er. Im Winter gebe es niedrige Wasserstände oft dann, wenn der Niederschlag als Schnee herunter komme und die Böden gefroren seien - dann fließe wenig ab. Allerdings könne sich der Rhein im Winter auch schnell wieder füllen. „Wenn es fünf Tage lang Landregen gibt, kommen wir schnell wieder in den Mittelwasserbereich.“ Wenn es gleichzeitig in den Mittelgebirgen noch tauen sollte - dann könnten die Pegel sogar wieder auf Hochwasserwerte klettern.

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