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Frankfurt Lions : Abschied und Aufbruch

  • Aktualisiert am

Bis Frankfurter Eishockeyfans wieder eine Bundesligapartie feiern können, wird einige Zeit vergehen Bild: Wonge Bergmann

Das Ende der Lions bedeutet für Spieler, Trainer und Fans einen Neuanfang. Viele fragen sich: Welche Zukunft hat Eishockey in Frankfurt? Antworten von Marc Heinrich und Volker Stumpe.

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          Der Tag danach – Geht Trainer Chernomaz nach Schwenningen?

          Die Zeit drängt. Wer weiterhin sein Geld in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verdienen möchte, muss rasch einen neuen Klub finden. Ende Juli beginnt allgemein die Saisonvorbereitung, die ersten Punktspiele finden in knapp sieben Wochen statt – ohne Beteiligung der Lions, aber vermutlich mit einigen Lions-Profis. Interessenten für die arbeitslos gewordenen hessischen Cracks gibt es: Sean Blanchard wird mit dem EHC München in Verbindung gebracht, Ian Gordon soll sich mit Ingolstadt so gut wie einig sein, die beiden Youngster Thomas Oppenheimer und Simon Danner stehen auf dem Wunschzettel ihres Entdeckers Karl-Heinz Fliegauf, der einst Manager der Löwen war und nun beim EHC Wolfsburg arbeitet. Auch Rich Chernomaz ist ein begehrter Trainer, der sich mit seinen Erfolgen in Frankfurt einen erstklassigen Ruf erworben hat. An einer Verpflichtung des Kanadiers ist der ERC Schwenningen interessiert – der Schwarzwälder Traditionsverein spielt in der zweiten Liga, was wie ein Abstieg anmutet, doch durchaus Sinn machen könnte, weil Chernomaz mit dem Ort und Klub gute Erinnerungen verbindet – es waren seine ersten Stationen in Deutschland nach dem Umzug aus Kanada 1995.

          Mitarbeiter der Geschäftsstelle, zuletzt waren es nach der Trennung von Geschäftsführer Stephan Werner nur noch fünf Angestellte, begannen am Dienstag mit der Kündigung der Spielerwohnungen und der Organisation der Rückgabe der Autos, die Sponsoren dem Team zur Verfügung gestellt hatten. Außerdem fing der vorläufige Insolvenzverwalter Fabio Algari damit an, die Lions-GmbH nach juristischen Vorschriften und Regeln aufzulösen. „Ich werde auf der Basis der bestehenden Fakten ein Gutachten erstellen. Ich rechne mit einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht in vier bis fünf Wochen“, sagte Algari. Sein Rettungsversuch war auch an einem akuten Fehlbetrag „nahe an der Ein-Millionen-Grenze“ – wie Algari betonte – gescheitert.

          Young Lions – Der Weg zurück beginnt in der vierten Liga

          Wer sich in Frankfurt für Eishockey interessiert, kommt künftig an den Young Lions nicht vorbei. In dem Verein, der 500 Mitglieder zählt, waren bislang der Nachwuchs und die Amateure organisiert, die fernab des Scheinwerferlichts, das auf das Profiteam der Lions fiel, ihren Sport betrieben. Die erste Mannschaft der Young Lions, die sich aus 24 Akteuren rekrutiert, die aus dem Rhein-Main-Gebiet stammen, spielte zuletzt unter Anleitung der Trainer Jaufmann und Valenti in der NRW-Liga – der vierten Klasse. Auf die Möglichkeit, von Herbst an in der drittklassigen Oberliga anzutreten, verzichteten die Young Lions vor fünf Tagen – aus finanziellen Gründen.

          Seit der Übernahme der Lions durch Siggi Schneider wurden die Young Lions pro Saison mit 100.000 Euro unterstützt. Geld, das ab sofort nicht mehr fließen wird. „Trotzdem überwiegen die Chancen die Risiken“, sagt Vereinsvorsitzender Stephan Welp: „Wenn wir es jetzt richtig machen, können wir das Frankfurter Eishockey seriös von unten neu aufbauen.“ Weiteres Ziel: Die Etablierung eines Teams in der Deutschen Nachwuchs Liga, der obersten Klasse für Teenager, das kontinuierlich Talente hervorbringt und den Verein nach oben bringt. „Wir müssen jetzt so seriös wie möglich wirtschaften, um nicht wie die Lions in den Strudel gezogen zu werden“, sagt Young-Lions-Verwaltungsrat Axel Erk.

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