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Rhein-Main : Keine Entwarnung für Karstadthäuser

Enthaltsame Angestellte: Die Karstadt-Belegschaft hat in den vergangenen Jahren immer wieder auf Geld verzichtet. Bild: Reuters

Die bisherigen Schließungen der Karstadthäuser sind nur die Spitze des Eisberges, sagt Verdi Hessen. Weitaus mehr Häuser seien nicht rentabel, zudem sind weitere Arbeitsplätze in Gefahr.

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          Unter den Karstadthäusern, die nach dem Beschluss des Aufsichtsrats spätestens bis Mitte nächsten Jahres schließen werden, ist keines aus Rhein-Main. Ein Grund zur Entwarnung sei das aber nicht, sagt Horst Gobrecht, Gewerkschaftssekretär und Einzelhandelsexperte bei Verdi Hessen. Er befürchte, dass zum Thema Schließungen zurzeit „nur die Spitze des Eisberges“ sichtbar werde.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Zunächst einmal sollen sechs der 83 Karstadt-Dependancen, um die es geht, vom Markt verschwinden. Sie sind alle im Eigentum der Signa-Holding des Immobilienunternehmers René Benko. Wie bei Karstadt zu erfahren ist, sollen aber sogar rund 20 Warenhäuser nicht rentabel arbeiten. Es spricht demnach viel dafür, dass es nicht bei sechs Häusern bleibt, zumal damit erst 350 Stellen gestrichen werden könnten. Der Abbau von 2000 Arbeitsplätzen ist aber offiziell als Ziel vorgegeben. Gewerkschafter Gobrecht hält es für denkbar, dass Benko Standorte an verschiedene Anbieter untervermieten will (shop-in-shop). Dann müsste er die Personalkosten nicht tragen.

          Die Karstadt-Belegschaft hat in den vergangenen Jahren immer wieder auf Geld verzichtet, um bei der Rettung des angeschlagenen Konzerns zu helfen. Jüngst noch einmal 2013, als die Tariferhöhung im Einzelhandel nicht an sie weitergegeben wurde. Allein durch diesen Verzicht habe eine Verkäuferin, die Vollzeit arbeite und brutto rund 2400 Euro verdiene, 120 Euro im Monat verloren, sagt der Gewerkschafter. Zumindest für dieses Jahr habe die Arbeitnehmervertretung verhindern können, dass die Belegschaft auch noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld verliere.

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