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Rhein-Main : Flüchtlinge in Wohnungsnot

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Feste Unterkunft gesucht: Wo es kaum leerstehende Wohnungen gibt, ist es nicht leicht, Asylsuchende unterzubringen. Oft blieben nur Containerdörfer, die eigentlich kaum jemand will. Bild: dpa

Mit der wieder steigenden Zahl von Asylsuchenden wachsen Probleme: Wo sollen die Leute leben? Kreise und Städte müssen reagieren. Streiflichter aus der Region.

          Für die Unterbringung von Asylbewerben sind die Kreise und Städte im Rhein-Main-Gebiet unterschiedlich gut vorbereitet. Doch da es kaum noch leerstehende Wohnungen gibt, ist der Bau von Containerdörfer immer wieder im Gespräch. So gehen die einzelnen Kommunen an die Aufgabe heran.

          Frankfurt

          Stadt erwägt Bau von Container-Unterkunft

          200, 400, 800: Dieser Dreischritt zeigt, was die steigende Zahl von Asylbewerbern für Frankfurt bedeutet. Mussten 2012 rund 200 neue Flüchtlinge aufgenommen werden, waren es 2013 zirka 400. Und für dieses Jahr rechnet die Stadt mit mehr als 800 Neuaufnahmen, wie die Sprecherin des Sozialdezernats sagt.

          Das stellt die Kommune vor neue Herausforderungen in der Unterbringung. Laut der Sprecherin wird „ernsthaft darüber nachgedacht“, nun auch Container für Flüchtlinge aufzustellen. Bislang sind einige in Privatwohnungen von Angehörigen und Freunden untergebracht. Den meisten stellt die Stadt Plätze in Wohnheimen, zwischengenutzten Wohnungen und, als letztes Mittel, in Pensionen zur Verfügung. 370 der derzeit in Frankfurt lebenden 560 Asylbewerber wohnen in derartigen Unterkünften, 190 bei Verwandten und Bekannten.

          Angesichts der steigenden Zahl der Flüchtlinge wird die Möglichkeit, privat unterzukommen, aber immer kleiner. Das bedeutet für die Stadt, dass sie mehr für die Unterbringung zahlen muss: 2013 gab sie 310.000 Euro für die Unterbringung der Asylbewerber aus, gut sechs Mal so viel wie im Jahr zuvor, als es 51.000 Euro waren. 2011 lag diese Summe sogar nur bei 10.000 Euro. Einen Teil der Kosten bekommt die Stadt vom Land erstattet.

          Wichtig ist der Kommune, keine Unterkünfte zu haben, in denen ausschließlich Asylbewerber wohnen, sondern für sie die Angebote zu nutzen, die es auch für Wohnsitzlose gibt. So verfährt sie schon jetzt, und eine solche gemischte Belegung soll auch für eine Container-Unterkunft gelten, an deren Bau die Stadt über kurz oder lang wohl nicht vorbeikommen wird, wie die Sprecherin des Sozialdezernats sagt.

          Die Suche nach geeigneten Wohnungen und nach möglichen Standorten für eine Container-Unterkunft ist so wichtig geworden, dass das Sozialamt einen Mitarbeiter allein für diese Aufgabe abgestellt hat. Um der wachsenden Zahl von Flüchtlingen gerecht zu werden, hat die Stadt auch Kirchengemeinden um ihre Mithilfe bei der Suche nach geeigneten Immobilien gebeten.

          Ein Beispiel für eine Kooperation ist, dass der Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden in einem derzeit ungenutzten Haus für mehrere Monate 40 Flüchtlingen einen Platz zur Verfügung stellt. Die meisten Asylbewerber, die das Regierungspräsidium der Stadt Frankfurt zuweist, stammen aus Eritrea, Afghanistan und Somalia. Von Stefan Toepfer

          Hochtaunuskreis

          Noch mehr Leute im überfüllten Lager

          Wenn es um die Unterbringung von Asylbewerbern geht, wird die Sammelunterkunft am Feldrand von Oberursel gerne als Beispiel angeführt: für Verbesserungsbedarf. Als in der Stadt vor drei Jahren der Hessentag stattfand, stellten Flüchtlingsrat, Pro Asyl und die Liga der Freien Wohlfahrtspflege einen cremefarbenen Container direkt vor dem Zelt der Landesausstellung auf, um gegen die Zustände in der Sammelunterkunft zu protestieren.

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