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Rhein-Main : Eine Saison mit erstklassiger Fußballdichte

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Kämpfer: Darmstadts Bartträger Marco Sailer Bild: Jan Huebner

Das gab es noch nie: Zum ersten Mal spielen drei Mannschaften aus dem Rhein-Main-Gebiet in der Ersten Fußball-Bundesliga. Für zwei von ihnen ist das ein Geschenk, ein Klub schaut weiter nach oben.

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          Am Sonntag wird Armin Veh wieder diese Anspannung spüren. Dieses Kribbeln und diese leichte Unruhe vor dem Auswärtsspiel gegen Wolfsburg zum Beginn der Bundesliga-Saison. An anderen Tagen ist der Trainer der Frankfurter Eintracht immer für einen Scherz gut. Aber an Spieltagen zieht er sich ein bisschen zurück. Dann ist er unnahbar. Höchste Konzentration auf das Wesentliche. Seit 25Jahren ist das beim Vierundfünfzigjährigen so. Er braucht die innere Einkehr. Außerdem will er seinen Spielern ein Vorbild in der professionellen Spielvorbereitung sein.

          In den rund sechs Wochen Vorbereitung auf die Saison haben die Eintracht-Profis einen Trainer erlebt, der humorvoll, spontan und kommunikativ war. Der mit seiner offenen und mitreißenden Art ganz anders als sein oft verschlossener Vorgänger Thomas Schaaf aufgetreten ist. Und der mit seiner positiven Lockerheit geholfen hat, dass bei der Eintracht und rund um sie eine Aufbruchstimmung entstanden ist. Zu der tragen auch die Erfolge von Veh in seiner ersten Zeit in Frankfurt von 2011 bis 2014 bei. Die Erwartungen sind hoch. Jetzt träumt sogar der Pragmatiker und Vernunftmensch Heribert Bruchhagen in seinem letzten Eintracht-Jahr von der Europa-League-Qualifikation. Die Steilvorlage des Vorstandsvorsitzenden nahmen viele Spieler gerne auf. Auch sie liebäugeln nun mit einem Platz im Europapokal in der übernächsten Saison. Das ist der große Wunsch aller.

          Die Mainzer und ihr vorzügliches Transfer-Geschäft

          Die Darmstädter schauen nicht so weit nach oben. Sie sprechen lieber vom „dritten Wunder“, das sie am Stück mit ihrer Geschlossenheit und Leidenschaft erreichen wollen. Aufstieg in die zweite Liga, Aufstieg in die Bundesliga und jetzt: Klassenverbleib. Es wäre eine wunderbare Geschichte für den einzigartigen Erstliga-Underdog. Der mit seiner Erfolgsgeschichte dem Fußballstandort Rhein-Main eine neue Dimension verliehen hat. Zum ersten Mal in 52 Jahren Bundesliga spielen mit der Eintracht, Darmstadt und dem FSV Mainz 05 drei Klubs ganz oben.

          Die erstklassige Fußballdichte hier ist einmalig. Die Mainzer haben sich dabei vor dem Rundenstart ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Hinter Hoffenheim (40,6 Millionen Euro) sind sie mit 16,75 Millionen Euro der Verein mit dem größten Plus aus dem Transfer-Geschäft. Zum Vergleich: Die Eintracht, die Anfang Dezember zu Hause auf Darmstadt 98 treffen wird, liegt bei 1,3 Millionen Euro – aber nur dank des Verkaufs von Torhüter Kevin Trapp an Paris St-Germain für rund neun Millionen Euro. Das war der Frankfurter Königstransfer.

          „Fußballgott“ Alexander Meier fehlt weiter

          Die Eintracht hat dementsprechend investiert: in Luc Castaignos (Twente Enschede), David Abraham (Hoffenheim), Torhüter Lukas Hradecky (Bröndby IF) und Mijat Gacinovic (Apollon Limassol). Torwart Heinz Lindner (Austria Wien) und Mittelfeldspieler Stefan Reinartz (Leverkusen) hingegen waren ablösefrei. Die Eintracht hält sich in der neuen Zusammenstellung für stärker als in der Vorsaison. Im Sommer 2014 hatte sie die Abgänge wichtiger Spieler wie Pirmin Schwegler, Sebastian Jung und Sebastian Rode zu verkraften. Allerdings muss die Eintracht vorerst auf ihren verletzten „Fußballgott“ Alexander Meier verzichten, den neuen, stürmischen Kapitän, dessen Stellvertreter der Defensivspieler Marco Russ ist.

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