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Rhein-Main : Eine Saison mit erstklassiger Fußballdichte

  • -Aktualisiert am
Lenker und Kämpfer: Eintracht-Trainer Armin Veh

Wer ist jetzt der Profi mit Torgarantie? Die Ansätze, die Castaignos gezeigt hat, lassen darauf schließen, dass der 22Jahre alte Holländer ein trefflicher Chancenverwerter ist. Mit ihm haben die Frankfurter im Angriff an Variabilität gewonnen. Er und Sturmpartner Haris Seferovic harmonieren gut im 4-4-2-System. Sie sollen ein wichtiger Teil des neuen, alten Frankfurter Offensivspektakels werden. Veh steht schließlich für sehenswerten Kombinationsfußball mit vielen Toren.

Ein nationales Fußballmärchen

Was die Defensive angeht, herrscht bei der Eintracht noch eine gewisse Unsicherheit. Trapp hat nie Zweifel an seiner Tauglichkeit aufkommen lassen. Hradecky und Lindner müssen Bundesliga-Format erst noch beweisen. Insofern ist die Torwartposition die große Unbekannte. Obwohl er erst seit vergangenem Dienstag im Mannschaftstraining ist, wird Hradecky Stammtorwart werden. Passend dazu trägt der finnische Nationaltorhüter das Trikot mit der Nummer eins. Der Fünfundzwanzigjährige ist ein aufgeschlossener junger Mann, der für hohe Ziele empfänglich ist. Mit seinem ehemaligen Klub aus Kopenhagen war er in der Vorwoche noch in der Europa-League-Qualifikation beschäftigt.

Die Darmstädter stehen für ein nationales Fußballmärchen. Vom sportlichen Absteiger in die Regionalliga, der dann nur am grünen Tisch die dritte Liga hielt, im Schnelldurchgang zum Aufsteiger in die Eliteliga. Dieser Durchmarsch grenzt tatsächlich an ein Wunder. Über die Wucht der Ereignisse in den vergangenen zwei Jahren sagt Trainer Dirk Schuster: „Der rasante Aufstieg hat alle überrollt.“ Jetzt befürchten viele – Anerkennung für das sportliche Meisterstück hin oder her –, dass die „Lilien“ im Oberhaus kräftig unter die Räder kommen werden. Der Darmstädter Kader ist mit rund 18 Millionen Euro etwa nur halb so viel wert wie allein der Münchner Linksverteidiger David Alaba. Immerhin hat sich der Überraschungsaufsteiger mit bundesligaerfahrenen Profis wie Konstantin Rausch (VfB Stuttgart), Luca Caldirola (Werder Bremen), Peter Niemeyer und Sandro Wagner (beide Hertha BSC Berlin) verstärkt. Gefragt ist aber auch deren Integrationsfähigkeit. Ihre Bereitschaft, sich dem großen Ganzen unterzuordnen. In Darmstadt steht der Teamgeist über allem.

Der „Transferkönig“: Mainzer Manager Christian Heidel

Die Mainzer demonstrieren mit beeindrucken Zahlen Stärke. Manager Christian Heidel wird als Transferkönig bezeichnet, weil es ihm gelungen ist, die Spieler Johannes Geis (Schalke04, 12Millionen Euro) und Shinji Okazaki (Leicester, elfMillionen Euro) für viel Geld zu verkaufen. Außerdem haben die Mainzer in diesem Sommer einen Vermarktervertrag mit der Sportmarketing-Firma Infront Sports&Media abgeschlossen. Er soll ihnen in den nächsten zehn Jahren 260Millionen Euro bringen. Wirtschaftlich ist die Zukunft gesichert. Und auf dem Platz will Mainz das verflixte siebte Jahr nach dem Aufstieg 2009 unbeschadet überstehen. Oberstes Ziel ist es, die Bundesliga zu halten. „Es wäre utopisch, das Ziel Europa auszugeben“, sagt Vereinspräsident Harald Strutz. Doch für Überraschungen sind nicht nur die Darmstädter gut.

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