https://www.faz.net/-gzg-6us5a

Rhein als Nachfolge-Kandidat : Frankfurts Rathauschefin kündigt Rückzug an

  • Aktualisiert am

Zog mit ihrer überraschend einberufenen Pressekonferenz viel Aufmerksamkeit auf sich: Frankfurts Rathauschefin Roth, die sich vorzeitig zurückziehen will Bild: Lisowski, Philip

Petra Roth ist als Oberbürgermeisterin von Frankfurt bis 2013 gewählt. Doch gibt sie ihr Amt ein Jahr früher auf. Als möglichen Nachfolger favorisiert sie Innenminister Rhein.

          Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth gibt im kommenden Jahr ihr Amt auf. Als Grund nannte die 67 Jahre alte Politikerin am Dienstag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz, sie wolle den Generationswechsel an der Spitze von Hessens größter Stadt einleiten. Nun muss im März nächsten Jahres ein neues Stadtoberhaupt gewählt werden.

          Die CDU-Politikerin ist seit 1995 Stadtoberhaupt in Frankfurt. Ihre Amtszeit wäre regulär im Jahr 2013 zu Ende gegangen. Was sie nach dem Ende ihrer Amtszeit machen will, ließ Roth offen. „Ich bin jemand, der nach wie vor gestalten möchte“, sagte sie. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

          Becker tritt hinter Rhein zurück

          Innenminister Boris Rhein soll für die CDU als Kandidat für die Nachfolge Roths ins Rennen gehen. Darauf habe sie sich mit Rhein und dem Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) verständigt, sagte die Rathauschefin. „Boris Rhein hat das Zeug, das exponierte Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters mit Tatkraft, Ideen und Durchsetzungskraft auszufüllen“, meint Roth.

          Wahlkampf 1997: Petra Roth mit Amtsvorgänger Walter Wallmann und dem damaligen Kanzler Helmut Kohl - da war Roth gerade zwei Jahre im Amt

          Im Juli hatte der Stadtkämmerer sein Interesse, einmal Nachfolger von Roth zu werden, angemeldet: „Ich mache mit Leib und Seele in Frankfurt Politik für Frankfurt. Das Amt des Oberbürgermeisters ist vor diesem Hintergrund sehr reizvoll“, sagte er der Rhein-Main-Zeitung.

          „Boris Rhein hat das Zeug, das exponierte Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters mit Tatkraft, Ideen und  Durchsetzungskraft auszufüllen“, meint Petra Roth über ihren Tischbarn

          Innenminister Boris Rhein hat nach Einschätzung des hessischen Regierungschefs Volker Bouffier (CDU) gute Chancen auf das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters. „Ich bin überzeugt, dass Boris Rhein ein sehr guter Kandidat ist“, sagte Bouffier in Wiesbaden. Die Entscheidung von Roth, ihr Amt im kommenden Jahr vorzeitig aufzugeben, sei innerhalb der CDU abgesprochen gewesen.

          Rhein auch im OB-Wahlkampf Innenminister

          Zu einem möglichen Nachfolger von Rhein als Innenminister wollte Bouffier, der auch hessischer CDU-Chef ist, „aus Respekt vor dem Wähler“ nicht Stellung nehmen. Er werde sich erst nach der OB-Wahl dazu äußern, „wie wir dann weitermachen werden“. Rhein werde auch während des OB-Wahlkampfs Innenminister bleiben.

          Weitere Themen

          Ein bitterer Abschied

          Mays Rücktritt : Ein bitterer Abschied

          Theresa May hatte mit dem Brexit nur eine Aufgabe und ist an ihr gescheitert. May, die zu Beginn ihrer Amtszeit mit Margret Thatcher verglichen wurde, dürfte als respektierte, aber glücklose Premierministerin in die Geschichte eingehen.

          Topmeldungen

          Analyse der Europawahl : Grüne Großstädte – blauer Osten

          Die Grünen punkten bei der Europawahl in den Städten und in der Fläche, die AfD ist stärkste Kraft in Teilen Ostdeutschlands. Doch auch andere Entwicklungen sind bemerkenswert: Gab es einen Rezo-Effekt für die CDU? Und woher kommen die Stimmen für „Die Partei“?
          Innenminister und Lega-Chef Salvini bei einer Pressekonferenz nach der Europawahl

          Lega siegt in Italien : Und wieder küsst er das Kruzifix

          Matteo Salvinis Lega erzielt bei der Europawahl das beste Ergebnis ihrer Geschichte – und kann damit wohl auch ihren Koalitionspartner Fünf Sterne unter Druck setzen. Der Parteichef zelebriert den Erfolg am Montag mit einer umstrittenen Geste.

          TV-Kritik: Anne Will : Lieber Klimakrise als Flüchtlingskrise lautet das Motto

          Union und SPD fehlte bei der Europawahl die Kraft zur harten Auseinandersetzung. Bei Anne Will machen Armin Laschet und Sigmar Gabriel die Hilflosigkeit ihrer Parteien sichtbar. Insgesamt ähnelt Deutschland in einem Punkt dem restlichen EU-Europa.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.