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Illegales Rennen in Wiesbaden : Mit 120 Stundenkilometern durch die Innenstadt

  • Aktualisiert am

Bei einem illegalen Rennen in Wiesbadens Innenstadt fuhren ein Motorrad und ein Auto bis zu 120 Stundenkilometer und jagten sich durch die Stadt (Symbolbild). Bild: dpa

Ein Autofahrer und ein Motorradfahrer haben sich in Wiesbaden ein illegales Rennen geliefert. In der Innenstadt beschleunigten die Fahrer teilweise auf 120 Stundenkilometer.

          Am Samstagabend kam es in Wiesbaden auf der Boelckestraße / B 455 zu einem Rennen zwischen einem Auto und einem Motorrad. Bei dichtem Verkehr beschleunigten die Fahrzeuge bei erlaubten 50 auf bis zu 120 Stundenkilometer und jagten auf der Bundesstraße 455 in Richtung Innenstadt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

          Gegen 19 Uhr fiel einer Zivilstreife der Wiesbadener Polizei auf der Boelckestraße ein schwarzer BMW i8 auf, der sich mit hoher Geschwindigkeit von hinten näherte. An der nächsten Ampel musste der BMW halten. Neben ihm stand ein graues Motorrad der Marke Kawasaki. Nachdem die Ampel auf Grün geschaltet hatte, lieferten sich beide Fahrzeuge, trotz dichten Verkehrs, ein Rennen in Richtung Wiesbaden. Nach Schätzungen der Polizei fuhren die Fahrzeuge hier mit einer Geschwindigkeit zwischen 90 und 120 km/h.

          BMW-Fahrer flüchtet

          Dabei ignorierten sie laut Polizeiangaben unter anderem durchgezogene Linien, Sperrflächen und den Mindestabstand zu anderen Autos. Der Fahrer und Beifahrer des BMW verließ anschließend die B 455 in Richtung A 671 mit Fahrtrichtung Hochheim und flüchteten unerkannt.

          Das Motorrad konnte dagegen von der Zivilstreife auf dem Autobahnzubringer B 455 / A 66 angehalten werden. Der 22 Jahre alte Fahrer machte der Polizei zufolge keine Aussage. Da der Verdacht eines illegalen Kraftfahrzeugrennens bestand wurden sein Führerschein und sein Motorrad sichergestellt. Die Fahndung nach dem Fahrer des BMW gestaltet sich für die Polizei sehr schwierig, da der BMW auf ein Unternehmen zugelassen ist. Die Polizei sucht nun Zeugen.

          Illegale Autorennen in Deutschland

          Nach dem Berliner Raser-Urteil von 2017 wird immer wieder darüber diskutiert, wie groß das Problem illegaler Autorennen ist und welchen Straftatbestand die Fahrer erfüllen, wenn bei dem Rennen eine Person getötet wird. Im Berliner Fall hatte das dortige Landgericht die beiden Raser zunächst wegen gemeinschaftlichen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Dieses Urteil war von dem Bundesgerichtshof 2018 zwar zunächst aufgehoben worden, doch verhängte eine andere Strafkammer des Berliner Landgerichts anschließend wieder die lebenslange Freiheitsstrafe.

          Eine bundesweite Statistik über illegale Autorennen gibt es in Deutschland nicht. Seit 2017 gelten diese als Straftat und nicht mehr nur als Ordnungswidrigkeit. Damit hat der Bundestag auf die Forderungen nach härteren Strafen für Raser und Teilnehmer illegaler Autorennen reagiert. Zuvor wurden Rennen auf öffentlichen Straßen, ohne die Gefährdung von unbeteiligten Personen, nur mit Bußgeldern und Punkten in Flensburg geahndet.

          In Kassel wurden im Juli zwei Männer, die in der Stadt ein illegales Autorennen fuhren, vom Amtsgericht zu Geldstrafen zwischen 3600 und 4250 Euro verurteilt. Die 23 und 25 Jahre alten Autofahrer hatten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 180 km/h mehrere rote Ampeln überfahren. Auf der A3 bei Wiesbaden führte ein solches Wettrennen Ende Juli außerdem zu einer Massenkarambolage mit vier Verletzten.

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