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Kommentar : Millionärsbau oder Nachwuchsschmiede

DFB-Akademie in Frankfurt, ja oder nein? Am 21. Juni soll es einen Bürgerentscheid zur Zukunft der Galopprennbahn geben. Der Wahlkampf um die Meinung der Bürger hat begonnen.

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          Erste Beschimpfungen sind ausgetauscht, erste Scharmützel um Zahlen und Fakten geschlagen, der Kampf um die Galopprennbahn in Frankfurt-Sachsenhausen hat begonnen. Endlich, sagen die einen. Jetzt schon, klagen die anderen. Sie befürchten, dass bis zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt am 21. Juni jedes Argument für und wider den Bau eines DFB-Leistungszentrums auf dem Rennbahn-Areal noch 3471 Mal genannt werden wird.

          Na und? Was kann es Besseres geben als eine ausgiebige öffentliche Debatte um eine der wichtigsten Standortentscheidungen? Die Stadt und der DFB, die für das Riesengelände nicht nur das rund 90 Millionen Euro teure Leistungszentrum, sondern auch einen für jedermann zugänglichen Park vorsehen, tun gut daran, sich der Diskussion auf allen Ebenen zu stellen. Und die Freunde des Galopprennsports, die die Bahn erhalten wollen, können sich schon jetzt zugutehalten, die Gegenseite zum Informieren zu zwingen.

          Behauptungen schonungslos einsetzen

          Dass die Stadt und der DFB die besseren Argumente haben, müssen sie nun beweisen. Sie müssen den Bürgern zeigen, dass die Akademie kein Millionärsbau wird, sondern eine Art Schmiede deutscher Fußball-Zukunft mit viel Raum für den Nachwuchs. Gelingt das nicht oder bleiben die Frankfurter am 21. Juni in Massen daheim, weil sie das Rennen zugunsten des DFB für gelaufen halten, könnte das Ergebnis zumindest zu einem Prestigeerfolg für die Initiatoren werden. Der Renn-Klub und die Initiative „Pro Rennbahn“ haben schon angedeutet, dass sie dafür bereit sind, Zahlen phantasievoll und Behauptungen schonungslos einzusetzen.

          Vor allem einem Argument der Rennbahn-Freunde aber sollte niemand folgen: dass der Fußball-Verband, der fast sieben Millionen Mitglieder vertritt, im Falle einer Niederlage in Frankfurt bleibe. Wer DFB-Sitz und -Akademie nicht an Berlin oder andere Städte verlieren will, muss, womöglich schweren Herzens, auf die Rennbahn verzichten.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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