https://www.faz.net/-gzg-8h3bz

Kommentar zum Relegationsspiel : Ernstfall Nürnberg

  • -Aktualisiert am

Am Donnerstag spielt die Eintracht im ersten Relegationsspiel gegen Nürnberg. Auch wenn Frankfurt als Favorit gilt, ist der Klassenerhalt alles andere als gesichert.

          1 Min.

          „Man kann eigentlich nicht auf Unentschieden spielen.“ Das hatte Eintracht-Trainer Niko Kovac noch am Freitag gesagt und angekündigt, dass seine Mannschaft in Bremen auch ihre Chance in der Offensive suchen werde. „Wir brauchen ein Tor“, legte sich Kovac fest. Und genauso ist es gekommen. Es ist gefrevelt, Wunder zu erwarten. Aber wenn drei Viertel schon geschehen sind und für das letzte Viertel gar nichts Mirakulöses mehr nötig ist, sondern nur das Befolgen der ausgegebenen Taktik, dann ist das ein großes Ärgernis.

          Nach zwei Tormöglichkeiten in der Anfangsphase stellte die Eintracht alle ernsthaften Bemühungen ein, in den Bremer Strafraum einzudringen. Aber wenn gar keine Entlastung mehr erfolgt, wenn der Ball ständig in der eigenen Hälfte zirkuliert, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann der Ball im eigenen Tor landet. Und wenn die Defensive noch so gut organisiert wird. Dass dieser Fall erst in der 88. Minute eintrat, raubte der Eintracht, anders als gegen Mainz und in Darmstadt, die Möglichkeit zum Kontern.

          Die Eintracht hat wieder etwas zu verlieren

          Die psychologische Ausgangsposition vor den beiden Relegationsspielen gegen Nürnberg ist nicht gerade günstig. Fast schon im Urlaub und jetzt noch nach Nürnberg. Ob sich die Mannschaft noch mal aufraffen kann? Bis jetzt hat Trainer Kovac es geschafft, den Widerstandsgeist seiner Profis zu kitzeln, aber irgendwann ist jede Batterie leer. Und anders als vor den Siegen gegen Mainz und Darmstadt sowie gegen den haushohen Favoriten Dortmund hat die Eintracht jetzt wieder etwas zu verlieren. Das kann hemmen.

          Damit kennt sich der Relegationsgegner Nürnberg aus. Nach einer sagenhaften Serie von 18 Spielen ohne Niederlage erschien der direkte Wiederaufstieg zum Greifen nahe, doch dann setzte es eine Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Duisburg. Nach einem mittelprächtigen Schlussspurt reichte es sicher für Platz drei.

          Vielleicht macht Fußball-Gott den Unterschied

          Wie alle Bundesliga-Klubs gilt die Eintracht gegen Nürnberg als Favorit. Aber die Eintracht hat nach wie vor eine Schwäche - die Offensive. Es wird auf zwei Relegationsbegegnungen hinauslaufen, die dem zweiten Derby gegen Darmstadt gleichen werden. Am Ende wird sich die Mannschaft durchsetzen, die den stärkeren Willen, die bessere Kondition und die größere Portion Glück auf ihrer Seite hat. Und wenn das alles nicht für die Entscheidung reicht, dann macht vielleicht ein Fußball-Gott den Unterschied. Alex Meier, gerade genesen, kann wieder zur Stütze werden, an der sich die Eintracht aufrichtet.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Weitere Themen

          Wie man eine Bierflasche auftreten kann Video-Seite öffnen

          Geht doch : Wie man eine Bierflasche auftreten kann

          Es gibt viele Möglichkeiten, Bierflaschen aufzumachen. Mit dem Feuerzeug, am Bierkasten oder auch mit dem zwölfer Schraubschlüssel aus der Werkzeugkiste. Es geht aber auch spektakulärer, wie F.A.Z.-Redakteurin Marie Lisa Kehler zeigt.

          Topmeldungen

          Mit Merkel in Aachen : Herzbeben bei Laschets Wahlkampffinale

          Zum Wahlkampfabschluss in seiner Heimatstadt Aachen hat sich Unionskandidat Armin Laschet die scheidende Kanzlerin an die Seite geholt. Angela Merkel lobt ihn als Brückenbauer, er warnt mit Verve vor einem rot-grün-roten Bündnis.
          Bundeskanzler Gerhard Schröder und die damalige CDU-Vorsitzende Angela Merkel unterhalten sich am 12. September 2005 in einem Fernsehstudio.

          16 Jahre Kanzlerschaft : Wie die Ära Merkel begann

          Im Sommer 2005 galt Angela Merkel als sichere Siegerin der bevorstehenden Bundestagswahl. Doch Bundeskanzler Gerhard Schröder führte den Wahlkampf seines Lebens. Erinnerungen an eine Zeit, die vieles verändern sollte.

          Mecklenburg-Vorpommern : Gelingt es der CDU, Juniorpartner zu bleiben?

          CDU-Spitzenkandidat Michael Sack will seine Partei in Schwerin in der Regierung halten. Doch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hält sich bedeckt – sie dürfte nach der Wahl verschiedene Partner zur Auswahl haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.