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Niederlage gegen Kiel : Darmstadt im Abwärtssog

  • -Aktualisiert am

Darmstädter Frust: Schnellhardt und Platte sind weder mit dem Schiedsrichter noch mit dem Ergebnis einverstanden. Bild: Imago

Das 0:2 gegen Kiel bedeutet die vierte Niederlage in Serie für Darmstadt. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang offenbart zu viele Schwachstellen. Der Vorsprung auf die Abstiegszone schmilzt dahin.

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          Einerseits war es ein Spieltag zum Vergessen für die „Lilien“. Aber anderseits womöglich einer mit Erinnerungswert. Denn die 17. Runde dieser Zweitligaspielzeit könnte in die Darmstädter Saisonchronik eingehen als diejenige, die den Beginn des Abstiegskampfs eingeläutet hat. Nach der 0:2-Heimniederlage gegen Holstein Kiel, der vierten in Serie, ist der Vorsprung auf die Abstiegszone auf nur noch drei Punkte geschmolzen. Und die Eindrücke vom Sonntagnachmittag im eiskalten Böllenfalltorstadion deuteten nicht darauf hin, dass in diesem für den SVD bisher so vermaledeiten 2021 schnell die Wende zum Besseren gelingen wird. Sie sollte aber, denn in der angebrochenen englischen Woche geht es für die auf Rang 14 notierenden Südhessen gegen die in der Tabelle benachbarten Klubs aus Sandhausen und Regensburg.

          2. Bundesliga

          Gegen die Norddeutschen war zum Abschluss der Hinrunde von dem vor einigen Wochen noch phasenweise konstruktiven Darmstädter Spiel nichts mehr zu sehen. „Wir haben jetzt 17 Schlüsselspiele vor uns und müssen alles tun, um endlich Punkte zu holen“, sagte Cheftrainer Markus Anfang. Ob das Selbstvertrauen der Profis schon gelitten hat? „Das hat damit gar nichts zu tun“, sagte der wieder beste SVD-Profi, Torhüter Marcel Schuhen. „Das Problem war, dass Kiel einfach besser war.“ In der Tat traf eine reife, von sich überzeugte Kieler Mannschaft auf ein „Lilien“-Team, das sich in 90 Minuten nicht eine klare Torchance herauszuspielen vermochte. Die Darmstädter offenbaren im Moment zu viele Schwachstellen. Neben dem kaum mehr stringenten Offensivspiel sind dies zuvörderst eklatante Probleme bei gegnerischen Standardsituationen. In allen vier verlorenen Rückrundenspielen kam der Gegner mindestens einmal nach einem ruhenden Ball zum Torerfolg. Den Kielern gelang dies kurz nach der Pause nach einem Eckball, den SVD-Innenverteidiger Immanuel Höhn aus kurzer Distanz unglücklich mit der Brust zum 0:2 ins eigene Netz beförderte (55.). „Wir trainieren das, und wir besprechen das“, sagte Anfang. „Es ist definitiv ein Thema bei uns.“

          Dieser zweite Gegentreffer war vorentscheidend. Weil die Kieler zuvor die deutlich bessere Mannschaft gewesen waren und danach zwar den „Lilien“ viel Ballbesitz überließen, aber die Kontrolle behielten gegen die wenig druck- und phantasievollen Darmstädter Angriffsbemühungen.

          Darmstadt braucht dringend eine Wende

          Gegen seinen früheren Verein hatte Trainer Anfang seine Startformation nach dem 0:3 in Heidenheim auf zwei Positionen verändert. Seung-ho Paik und Erich Berko rückten für Marvin Mehlem und Fabian Schnellhardt ins Team. Torjäger Serdar Dursun kam nach Verletzungspause zu einem halbstündigen Comeback. Doch selbst mit zwei großgewachsenen Angreifern – Felix Platte blieb wieder mal wirkungslos – vermochten die Südhessen den Holsteinern kaum einmal gefährlich zu werden.

          In der von beiden Teams schwungvoll gestalteten Anfangsphase hielten die Darmstädter das Match noch offen. Lars Lukas Mai per Kopf sowie die Schüsse von Tobias Kempe und Paik sorgten für etwas Torgefahr. Doch nach einer halben Stunde setzten die Kieler zum Überholmanöver an, hatten gegen überforderte „Lilien“ beste Torchancen. Allein zwischen der 33. und 36. Minute musste SVD-Keeper Schuhen dreimal eingreifen. So fiel der Führungstreffer für die spritzigeren und aufmerksameren Kieler durch Reese (40.) fast zwangsläufig.


          Weil Reese kurz darauf noch den Innenpfosten traf (42.), waren die Darmstädter mit dem knappen Pausenrückstand noch gut bedient. Nach dem 0:2-Rückstand kam dann nicht mehr viel von den „Lilien“. Auch nicht über Willen und Einsatz. „Wir wissen, was wir können und welchen Fußball wir schon gespielt haben“, sagte Angreifer Platte. Sonderlich überzeugend klang das nicht. Die „Lilien“ sollten möglichst schnell in der Rückserie wieder den Fußball spielen, der ihnen in der Hinrunde ein paar Erfolgserlebnisse beschert hatte.

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