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Zukunft der Wälder : Gute Eicheln für starke Eichen

Im Überfluss: Nur alle Paar Jahre tragen Eichen so viele Eicheln wie 2020. Bild: Hessenforst

Der Förster Peter-Friedrich Lepke sucht nur nach Saatgut mit den besten Genen – sonst hat der Wald keine gute Zukunft vor sich. Besonders Eichen sind gefragt.

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          Bei Eichen ist Peter-Friedrich Lepke besonders wählerisch. Der Revierförster des Forstamts Königstein sucht Bäume aus, die besonders gut gewachsen sind. Diese findet er zum Beispiel unter den 200 Jahre alten Traubeneichen im Eppsteiner Stadtwald, der vom Königsteiner Forstamt betreut wird. Dabei geht es Lepke weniger um die Schönheit des Walds von heute.

          Jan Schiefenhövel
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Er denkt vielmehr daran, wie es dem Wald in Jahrzehnten gehen wird. Für die Bäume, die erst noch wachsen müssen, wird Saatgut gebraucht, und das suchen die Förster gründlich aus. Damit die neuen Bäume stark und gesund werden, braucht es Samen mit den besten Genen. Diese Samen stammen von starken Bäumen, die am gesunden Wachstum und an einer schönen Form zu erkennen sind. So sucht der Forstmann nach den schönsten Eichen, um an das beste Saatgut zu kommen.

          Unter seiner Leitung haben Forstarbeiter in den vergangenen Wochen Eicheln im Eppsteiner Stadtwald gesucht, die für die Aussaat verwendet werden sollen. Ähnlich wird bei allen Baumarten verfahren. Für die künftigen Nadelbäume werden Zapfen mit den Samen geerntet. Dass der Förster in diesem Jahr auf die Suche nach guten Eicheln ging, hat seinen Grund im Klimawandel: Eichen vertragen wärmeres und trockeneres Klima gut, besser jedenfalls als Buchen und Fichten, die stark unter der Trockenheit der Sommer seit 2018 gelitten haben.

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          Die Fichten waren dermaßen geschwächt, dass sie Schädlingen kaum noch widerstehen können. Deshalb konnte sich der Borkenkäfer ausbreiten, ganze Fichtenwälder sind ihm zum Opfer gefallen, wie es vom Forstamt Königstein heißt. Die dadurch frei gewordenen Flächen sollen wieder aufgeforstet werden, aber eben nicht wieder mit Nadelbäumen, sondern mit Eichen.

          Eichen sind überall gefragt

          Doch mit dem Auflesen der Eicheln unter starken und schönen Bäumen allein ist es nicht getan. Das Saatgut muss aufbereitet und haltbar gemacht werden, weil es nicht gleich an Ort und Stelle in den Boden kommt, sondern in anderen Waldstücken. Dazu gehört zum Beispiel das Trocknen. Das Aufbereiten der Eicheln erledigt das Königsteiner Forstamt nicht selbst. Dafür gibt es die Samendarre in Hanau-Wolfgang, die dem Landesbetrieb Hessen-Forst gehört und die auf den Umgang mit Saatgut für die verschiedensten Baumarten aus ganz Hessen spezialisiert ist.

          Bei Eicheln müssen die Mitarbeiter der Samendarre besonders darauf achten, dass sie nicht schimmeln, weil sie über einen hohen Wassergehalt verfügen. So werden die Eicheln sofort aus den Säcken ausgeschüttet und in speziellen Boxen getrocknet. Später wird das Saatgut an Baumschulen verkauft, sie übernehmen dann die Anzucht der Bäumchen.

          Die Preise sind derzeit sehr gut, weil Eichen überall gefragt sind, wie das Forstamt Königstein berichtet. Ein Kilogramm Eicheln bringt neun Euro. Junge Eichen bleiben ein bis zwei Jahre im Saatbeet der Baumschule, bevor sie bereit sind für das Umpflanzen in den Wald. Dann kaufen die Forstämter die kleinen Eichen und suchen für sie ein Waldstück, in dem sie zu hoffentlich starken Bäumen heranwachsen können.

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