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Anfragen digital zu stellen : Zugang zu Kindergarten und Tagesmutter über das Internet

Kindergartenkinder: Sie spielten im Mai 2017 im Garten einer Hanauer Kita Bild: Reuters

Kindergartenplätze sind begehrt, die Wartelisten lang. Das ist nicht nur in Hanau so. Ein neues Online-Portal soll für Eltern bequem sein und Kitas einen besseren Überblick bieten. Aber Mütter und Väter müssen es auch nutzen.

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          Hanauer Eltern, die ihre Kinder in einer Tagesstätte der Stadt, in der Einrichtung eines freien Trägers oder bei einem Tagesbetreuer anmelden wollen, brauchen künftig Zugang zum Internet. Vom 6. Januar an müssen alle Anfragen digital gestellt werden. Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD) und Astrid Weiermann, Eigenbetriebsleiterin Hanau Kindertagesbetreuung, stellten jetzt die Initiative „Hanau geht online“ vor, die eine Anmeldung der Kinder für Eltern bequemer machen soll.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Die Erziehungsberechtigten müssen sich künftig nicht mehr mit mehreren Einrichtungen in Verbindung setzen, um dort einen schriftlichen Antrag abzugeben. Außerdem erhalten sie im Internet über www.kita-portal.de einen schnellen Überblick über das bestehende Angebot. Über das Portal können bis zu fünf Einrichtungen oder Betreuungsstellen angefragt werden. Die Stadt bekomme eine genaue Übersicht über den Bedarf an Plätzen, was bei der Stellen- und Ausbauplanung wichtig sei, hoben die Verantwortlichen hervor. Die Vergabe der Plätze in den 50 städtischen und freien Kindertagesstätten oder bei den zirka 260 Tagesmüttern und -vätern, die bei der Stadt unter Vertrag stehen, könne zudem schneller erfolgen. Für die Einrichtungen werde der Verwaltungsaufwand geringer, da sie alle Daten, Verträge und Bescheide jederzeit im Portal einsehen könnten.

          Schon gestellte Anträge neu eingeben

          Das neue System solle den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. Familien und Einrichtungen sollen sich nach den Worten Weiermanns spätestens mit dem Vertragsabschluss persönlich kennenlernen. Schon gestellte schriftliche Anmeldungen müssen vom 6.Dezember an in das neue Portal eingegeben werden, um berücksichtigt zu werden. Nur dann verlieren Kinder ihren Platz auf der Warteliste nicht. Anhand der vorhandenen schriftlichen Listen könne die Reihenfolge der Anmeldungen in der Übergangszeit auch im Nachhinein nachvollzogen werden, so Weiermann. Wer schon eine Zusage für einen Kita-Platz erhalten habe, müsse sich allerdings nicht ein weiteres Mal anmelden. Weiermann rät werdenden Eltern, ihr Kind gleich nach der Geburt oder schon während der Schwangerschaft im Portal anzumelden. Das gelte auch für Eltern, die planten, in absehbarer Zeit nach Hanau zu ziehen.

          Angesichts des wachsenden Bedarfs an Betreuungsplätzen und Personal durch die neuen Wohnareale tun junge oder werdende Eltern in der Tat gut daran, sich so früh wie möglich um die Betreuung zu kümmern. Schwierig ist nicht nur, rechtzeitig einen Platz zu bekommen, auch beklagen sich Eltern häufig darüber, dass sie ihr Kind nicht in die nächstgelegene Einrichtung bringen können.

          Nicht jedes Kind bekommt einen Platz

          Zuletzt Alarm geschlagen hat das von der Evangelischen Kirchengemeinde Steinheim getragene Familien- und Generationenzentrum. Die Betreuungs- und Bildungssituation für Kinder sei in Steinheim wie in anderen Stadtteilen Hanaus äußerst angespannt und werde es auch bleiben, sagt Heike Zick-Kuchinke, Pfarrerin und Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Eltern könnten zurzeit nicht davon ausgehen, dass ihr Kind vom dritten Lebensjahr an einen Platz in einer Kindertagesstätte erhalte. Schon in diesem Jahr sei vielen Kindern in Steinheim kein Kindergartenplatz angeboten worden.

          Der Eigenbetrieb Kindertagesstätten der Stadt Hanau habe entschieden, momentan nur Kindergartenplätze zu vergeben, wenn beide Elternteile berufstätig seien. Diese Situation werde sich nach Auskunft des Eigenbetriebs weiter hinziehen, auch weil es einen Personalnotstand gebe, obwohl man sich bemühe, mehr Ausbildungsplätze für Fachkräfte zur Verfügung zu stellen. Nicht alle Stellen könnten besetzt werden.

          Wartelisten lang

          Die Absageliste der Freien Träger in Steinheim für Krippen und Kindergärten sei groß und die Wartelisten lang. Das gilt auch für Angebote im Sport wie Kinderturnen oder Fußballspiel. So bleibe eine gute Frühförderung der Kinder auf der Strecke, sagte Zick-Kuchinke.

          Die Arbeitsgruppe Kita und Familie der Kirchengemeinde St. Johann Baptist und das Steinheimer Familien- und Generationenzentrum laden für Dienstag, 26.November, um 19Uhr Eltern und Vereinsvertreter in das Steinheimer Familien- und Generationenzentrum, Ludwigstraße 27, ein. Gemeinsam soll laut Ankündigungn eruiert werden, welche Betreuungsmöglichkeiten es für Kinder im Stadtteil aktuell noch gibt und welche Bildungs- und Freizeitangebote die Steinheimer Vereinslandschaft für Familien vorhält. Außerdem solle über Kooperationen nachgedacht werden, um weitere Angebote für die Familien zu schaffen. Die Ergebnisse sollen der Stadt vorgelegt werden, um von dort Unterstützung zu erhalten.

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