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EBS-Uni und „Give a Goat“ : Ziegen, die den Schulbesuch ermöglichen

  • -Aktualisiert am

Einsatz: Laurette Ribel und Tim Fröde lernen im Studium viel über Geld und Erfolg - abseits dessen engagieren sie sich für ein Sozialprojekt in Uganda Bild: Cornelia Sick

Studenten der EBS-Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel helfen Familien in Uganda, indem sie Gelder für den Kauf von Tieren sammeln. „Give a Goat“ heißt das Programm des ugandischen Vereins „Go Smile“.

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          „Gib einem Mann einen Fisch, und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen, und du ernährst ihn für sein Leben.“ Dieses Zitat des chinesischen Philosophen Konfuzius ist die wohl älteste Anleitung für Hilfe zur Selbsthilfe und Leitfaden für zahlreiche Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt. Seit mehr als einem Jahr helfen Studenten der EBS-Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel im Rheingau armen Familien im afrikanischen Uganda, ihre Kinder auf Schulen zu schicken und für ihren Lebensunterhalt Viehzucht zu betreiben. Damit folgen die Studenten der Lehre des Konfuzius, und bringen ihnen jedoch nicht das Angeln, sondern das Halten von Ziegen bei.

          „Give a Goat“ (Schenke eine Ziege) heißt das Programm des Vereins „Go Smile Uganda“, der 2006 von Moses Kiiza gegründet wurde. Neben diversen Einzelprojekten verfolgt der gemeinnützige Verein, über den mehr im Internet unter www.gsuganda.org zu finden ist, zwei vorrangige Ziele: Er vergibt Mikrokredite an Frauen und Ziegen an Familien. Der Zweck des Give-a-Goat-Programms ist so einfach wie sinnstiftend: Ausgewählte Familien erhalten eine gespendete Ziege, die sowohl Einkommensquelle als auch Trainingsprogramm für Viehzucht ist. Nach einer gewissen Zeit wird die Ziege an eine andere Familie weitergegeben, die dann ebenfalls von ihr profitiert.

          Weitere Ziegen in Uganda einwerben

          Hier kommen die Studenten der EBS ins Spiel. „Wir haben jedes Semester die Möglichkeit, uns in SCI-Projekten sozial zu engagieren“, sagt Laurette Ribel und fügt an: „SCI steht für Social Culture Impact.“ Die 19 Jahre alte Ribel studiert derzeit im zweiten Semester General Management und ist gemeinsam mit dem ebenfalls 19 Jahre alten Tim Fröde in das Projekt nachgerückt, das Anfang vergangenen Jahres andere Kommilitonen im Rheingau vor ihr begonnen haben. Zu ihren Mitstreitern gehören außerdem Georg Strecker, Mike Schneider und Luca Rehberg. Die drei Studenten sind im vierten Semester und werden vorerst keine Spenden für weitere Ziegen in Uganda einwerben, denn sie absolvieren derzeit ihr Auslandssemester.

          Ribel und Fröde treffen sich jede Woche, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wichtigstes Thema ist für sie, wie es gelingen kann, mehr Spenden einzuwerben. „Wir können relativ frei entscheiden, was wir machen“, sagt Fröde. Diese Freiheit haben die Rheingauer Studenten genutzt und gehen neue, digitale Wege. Sie wollen ihre Initiative auf der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ präsentieren. In den nächsten Wochen soll das Projekt dort online gehen.

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          Ihre Vorgänger haben auf dem Campus in Oestrich-Winkel Benefizveranstaltungen organisiert und so in einem Semester Spendengelder in Höhe von etwa 1000 Euro eingeworben. Insgesamt 14 Ziegen wurden in Uganda aufgrund des Engagements der Studenten und auch ihrer unterstützenden Professoren mittlerweile gekauft. Da noch mehr erreicht werden soll, planen Ribel, Fröde und ihre Mitstreiter weitere Veranstaltungen und haben zudem das Alumni-Netzwerk der EBS-Universität aktiviert, um von diesem Unterstützung zu erhalten. Die Universität selbst ist nicht an dem Projekt beteiligt – die Studenten sind allein dafür verantwortlich, dass dieses Hilfsprojekt in Uganda unterstützt wird.

          „Es kostet natürlich Zeit“, sagt Ribel. Die Studenten stehen in regelmäßigem Mail-Kontakt mit dem ugandischen Gründer Moses Kiiza. Sie halten sich über das Internet auf dem Laufenden, wie das Projekt in Uganda fortgeführt wird. „Wir bekommen sogar mit, wenn eine der Ziegen Nachwuchs bekommt und welche Familie derzeit eine Ziege halten darf“, sagt Studentin Ribel.

          Nicht nur Geld und Erfolg

          „Ich finde es einfach toll, bei einem solchen Projekt dabei zu sein“, begründet die junge Frau ihr Engagement und fügt an: „Jeder denkt, bei unserem Studium geht es nur um Geld und Erfolg, aber wir haben auch die Möglichkeit, uns sozial zu engagieren.“ Ihrer Meinung nach verdeutlicht dieses Projekt, dass es kein Widerspruch sein muss, Geld zu verdienen und anderen Menschen zu helfen. „Mir persönlich ist wichtig zu erkennen, dass wir helfen können und dass diese Hilfe auch wirklich ankommt“, stellt sie klar.

          „Give a Goat“ verursacht keine Verwaltungskosten, da die Studenten im Rheingau und auch der Verein in Uganda ehrenamtlich arbeiten. Jeder Euro wird sozusagen in Ziegen investiert. Der Erfolg spricht für sich. „Wir werden im nächsten Semester weitere Teammitglieder anwerben“, kündigt Fröde an. „Wir bauen hier etwas auf und werden allein deshalb mehr Hilfe benötigen“, ist er sicher.

          In Uganda kostet eine Ziege etwa 100 US-Dollar. Die Wirkung des Projektes reicht jedoch weiter. Die beteiligten Familien besuchen Lehrveranstaltungen und werden darin unterrichtet, wie man eine Ziege artgerecht hält und wie man ihre Ressourcen optimal nutzt. „Wir helfen mit einer Ziege ja nicht nur einer Familie, sondern mehreren Familien, weil die Tiere weitergegeben werden“, sagt Ribel. Somit avanciert die Ziege zum Startkapital und legt den finanziellen Grundstein für die Schulausbildung der Kinder. Die Ziege, so das Credo des Projekts, avanciert somit zum „Trainer“ für eine nachhaltige Landwirtschaft.

          GoSmile Uganda Deutschland e.V. Spendenkonto Commerzbank Wiesbaden, IBAN DE86 5104 0038 0519 3404 00

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