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Weiterentwicklung des Campus : Zentrum für Lungenforschung in Gießen eröffnet

Hat 20 Millionen Euro gekostet: Der Neubau auf dem Seltersberg für das neue Zentrum für Lungen- und Infektionsforschung in Gießen Bild: Universität Gießen

An der Liebig-Uni in Gießen ist ein neues Zentrum für Lungen- und Infektionsforschung eröffnet worden. Dort untersuchen die Forscher unter anderem, was eine gesunde Lunge vor Infektionen schützt.

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          Was die Lunge widerstandsfähig macht gegen Krankheitserreger wie Sars-CoV-2 ist eine der Fragen, die im neuen Gießener Zentrum für Lungen- und Infektionsforschung untersucht werden. Nach rund dreijähriger Bauzeit ist das Gebäude auf einem Areal zwischen dem Bundeswehrkrankenhaus und der Klinik Seltersberg fertiggestellt worden. Einen großen Schritt vorangekommen ist damit auch die Weiterentwicklung des Campus Seltersberg, auf dem die medizinischen und naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Liebig-Universität ihren Sitz haben.

          Wolfram Ahlers
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          In den zweigeschossigen Gebäudekomplex ziehen nun mehr als 120 Mitarbeiter von acht Professuren und Forschergruppen ein. Unter anderem kommt dort auch die Zentralstelle der deutschen Lungen-Biobank unter, ebenso wie das nationale Referenzzentrum für die Genomik von pulmonalen Infektionen. Dort sollen Gewebeproben und Zellen aufbereitet und gelagert werden. Erstmals hierzulande wird zudem eine Biogewebebank mit einer mikrobiellen Biobank gekoppelt.

          Erkrankungen der Lunge und der Atemwege zählen zu den häufigsten lebensbedrohlichen Krankheiten, waren Erhebungen zufolge schon vor der Pandemie weltweit für rund die Hälfte aller krankheitsbedingten Todesfälle verantwortlich. In Gießen untersuchen die Forscher unter anderem, was eine gesunde Lunge vor Infektionen schützt und welche neuen Therapieansätze sich nutzen lassen, um diese Widerstandsfähigkeit zu stärken und wiederherzustellen, wie die Leiterin der Klinischen Forschungsgruppe „Virus-induziertes Lungenversagen“, Susanne Herold, erläutert.

          Nach den Worten von Norbert Weißmann, Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale“, ermöglicht die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung wie in dem neuen Gießener Gebäude, neueste Erkenntnisse der Forschung mit immer besserer Diagnostik und Therapie zu koppeln.

          Bau wurde von Bund und Land finanziert

          Mit dem Zentrum für Lungen- und Infektionsforschung ist ein Projekt verwirklicht worden, das vom Wissenschaftsrat und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern empfohlen worden war. Finanziert haben den rund 20 Millionen Euro teuren Bau der Bund und das Land Hessen. Hinzu kommen knapp sechseinhalb Millionen Euro für technische Einrichtungen, unter anderem die mit einem Robotersystem ausgestattete zentrale Biobank des Deutschen Zentrums für Lungenforschung und eine Einheit zur Genomsequenzierung.

          Das Klinikzentrum Seltersberg hat eine lange Tradition bei der Behandlung von Lungenkrankheiten, und die medizinische Fakultät der Uni Gießen hat sich in den vergangenen Jahren mit interdisziplinär tätigen Gruppen von Ärzten und Forschern in der Diagnose und Therapie von Lungenerkrankungen auch international einen Namen gemacht. Gießen ist Sitz des nationalen Zentrums für Lungenforschung, Partnerstandort des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Darüber hinaus sind Wissenschaftler der Gießener Universität am Partnerstandort Rhein-Main des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung beteiligt.

          Somit ist Gießen prädestiniert für die Bündelung von Forschung auf diesem Gebiet. Das neue Zentrum gibt Wissenschaftlern nicht nur die Möglichkeit, mit moderner Technik komplexe Forschung zu betreiben, sondern sich darüber hinaus auf kurzen Wegen auch mit Kollegen auszutauschen. Nicht zuletzt soll die neue Einrichtung den Campus Seltersberg ergänzen, wo schon ein Biomedizinisches Forschungszentrum und ein Forschungshaus für die Humanmedizin der Gießener Uni ihre Arbeit aufgenommen haben.

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