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Zahlen des Gesundheitsamts : Inzidenzwert in Offenbach steigt auf 110,5

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Schutz vor Ansteckung: In der Offenbacher Fußgängerzone wirbt ein Plakat für Masken. Bild: dpa

Immer mehr hessische Kommunen übersteigen den kritischen Corona-Wert deutlich: Nach einem Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft liegt die Inzidenz in Kassel bei über 100. Nur die Stadt Offenbach meldet noch höhere Zahlen.

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          Abermals ist die Zahl der Neuinfektionen in der Stadt Offenbach stark angestiegen: Nach Angaben der Stadt lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen am Freitag bei 110,5 – das ist derzeit der höchste Wert, der für einen Kreis oder eine Stadt in Hessen gemeldet wurde. Nach Angaben der Stadt haben sich insgesamt 831 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 640 sind bereits wieder genesen. Elf Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Das RKI hatte für die Stadt Offenbach am Freitag einen Wert von 95,2 gemeldet, allerdings bereits um 00:00 Uhr. Von Kommunen selbst gemeldete Zahlen können von den RKI-Zahlen abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die aus Berlin oder Wiesbaden.

          Im Norden von Hessen sorgt zudem ein lokaler Ausbruch weiter für Aufsehen: Kassel überschritt den Angaben zufolge die 100 bei der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen: Die nordhessische Stadt liegt nach einem Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft laut RKI bei einer Inzidenz von 100,9. Am Tag zuvor hatte diese noch bei 97,6 gelesen. Das RKI meldete für die Stadt insgesamt 828 Fälle, das sind 15 mehr als am Vortag. Insgesamt zählt die Stadt neun Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

          Sperrzeit für Gaststätten in Frankfurt bestätigt

          Auch in Frankfurt liegt die Inzidenz mit 75,2 deutlich über der roten Corona-Warnstufe. In der Stadt gibt es nach Angaben des RKI bislang insgesamt 4.616 bestätigte Corona-Fälle, über Nacht kamen 138 Fälle hinzu. In der Stadt am Main gab es keine weiteren Todesfälle. Der hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat am Freitag die längere Sperrzeit für Gaststätten und Bars in Frankfurt bestätigt. Die Kasseler Richter wiesen am Freitag die Beschwerde einer GmbH ab, die eine Bar betreibt. Diese war zuvor in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt gescheitert. Es liege keine offensichtliche Rechtswidrigkeit der Sperrstunden-Regelung vor, die es rechtfertige, dem Eilantrag der Klägerin stattzugeben, entschieden auch die VGH-Richter. (Az.: 6 B 2515/20)

          Laut dem Verwaltungsgerichtshof ist dabei auch zu berücksichtigen, dass sich Bund und Länder am Donnerstag darauf verständigt hatten, ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 Fällen pro 100.000 Einwohner die bestehenden Corona-Beschränkungen zu verschärfen, unter anderem durch lokale Sperrstunden. Der Beschluss ist unanfechtbar. Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen in Frankfurt war die seit der vergangenen Woche geltende Sperrstunde um 23.00 Uhr bis Ende Oktober verlängert worden.

          Auch in der gesamten Rhein-Main-Region bleiben die Zahlen besorgniserregend: Zu den Corona-Hotspots in Hessen zählt den Angaben zufolge nun auch Wiesbaden mit einem Wert von 53,1, zudem der Rheingau-Taunus-Kreis mit 56,6 und der Hochtaunuskreis mit 52,8. Die Inzidenz im Kreis Groß-Gerau (84,5) und dem Main-Taunus-Kreis (61,6) steigt weiter an.

          Dieser Trend zeigt sich auch bei den Zahlen der Corona-Infektionen in ganz Hessen: Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin vom Freitag wurden innerhalb eines Tages weitere 671 Fälle bestätigt. Zwei weitere Menschen starben demnach an den Folgen einer Infektion, insgesamt gibt es bisher 571 Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie wurden 24.151 Infektionen gemeldet. Das RKI schätzt, dass rund 19.300 Menschen bislang wieder genesen sind.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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