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Studie zu mobilem Arbeiten : Wer schöner wohnt, arbeitet im Homeoffice besser

Tut nicht jedem gut: Alleinstehende, Junge und Geringverdiener tun sich im Homeoffice oft schwer. Bild: dpa

Ob Beschäftigte im Homeoffice erfolgreich sind, hängt stark von ihrem Status und ihrer Wohnsituation ab. Das zeigt eine Studie aus Darmstadt. Ein Frankfurter Forscher warnt vor einem Nebeneffekt.

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          „Sag mir, wie du wohnst, und ich sage dir, ob du im Homeoffice glücklich und produktiv bist“: So fassen Forscher der Technischen Universität Darmstadt die wichtigste Erkenntnis aus ihrer Studie zum mobilen Arbeiten zusammen. Das Team vom Fachgebiet Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre hat zwischen Juni und Oktober 2020 je 1000 Beschäftigte in Deutschland und den Vereinigten Staaten zu ihren Erfahrungen im Homeoffice befragt. Dabei zeigte sich, dass das familiäre Umfeld und die Wohnsituation Einfluss auf den wahrgenommenen Arbeitserfolg haben. Für die Wirtschaftswissenschaftler um Andreas Pfnür ist das Anlass, vor einer möglichen sozialen Spaltung durch vermehrte Heimarbeit zu warnen.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Studie zufolge stieg der Anteil jener, die mit ihrer Tätigkeit im Homeoffice zufrieden waren, während des Befragungszeitraums von 72 auf 77 Prozent. Durchschnittlich empfanden die Teilnehmer eine Produktivitätssteigerung von bis zu 14 Prozent. Allerdings war die Streuung groß, und mehr als ein Drittel gab an, zuhause weniger oder bestenfalls genauso viel zu leisten wie im Büro. Nach Ansicht der Forscher zeigen die Ergebnisse auch, dass der Anteil der effizient von zuhause leistbaren Arbeit geringer ist als gedacht: Nach ersten überschlägigen Rechnungen seien es kaum mehr als 20 bis 30 Prozent. Dies entspreche dem Anteil der Tätigkeiten, die schon vor der Pandemie von zuhause aus erledigt worden seien.

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