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Gewinner der Pandemie : Was der Geldsegen von Biontech für Mainz bedeutet

Glänzende Aussichten: Blick auf den Mainzer Dom Bild: dpa

Sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen, für die vor allem der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech verantwortlich sein dürfte, macht die Stadt zu einem Gewinner der Corona-Pandemie. Die Kommune geht auf Einkaufstour.

          3 Min.

          Gut 30.000 Euro für die Weihnachtsbeleuchtung, rund 200.000 Euro für ein einheit­liches innerstädtisches Toilettenkonzept und etwa 350.000 Euro, um damit drei Stadtteilturnhallen zu modernisieren, die in Gonsenheim, Mombach und Bretzenheim das ganze Jahr über, vor allem aber in der Fastnachtszeit als Bürgerhäuser gebraucht werden. Die Liste der von der Stadt Mainz außer der Reihe ge­planten Ausgaben, die sich unter dem Strich auf gut 1,2 Millionen Euro summieren, ist lang – und reicht von der Renovierung eines Holzpavillons an der „Alten Patrone“ bis zur Förderung von verkaufsoffenen Sonntagen und einer die City möglichst bereichernden Schaufenstergestaltung in leer stehenden Läden. Unter dem vielversprechend klingenden Motto „Giving back“ hat Michael Ebling (SPD) als Oberbürgermeister der durch unerwartet hohe Gewerbesteuereinnahmen reich gewordenen Kommune am Dienstag schon ein zweites Investitionspaket vorgestellt: ei­nes, das alles in allem ein Volumen von mehr als 65 Millionen haben soll.

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Schon vor acht Wochen war ein erstes 50-Millionen-Euro-Paket geschnürt worden, um Klimaschutzprojekte voranzutreiben, Sportplätze und das Taubertsbergbad zu sanieren, ein 365 Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende auf den Weg zu bringen sowie Verbesserungen am Straßenbahnnetz zu realisieren. Diesmal soll der größte Teil des Geldes für den Kauf von Grundstücken und Gebäuden verwendet werden, damit die Kommune bei der beabsichtigten Ausweisung neuer Gewerbegebiete und Wohnquartiere künftig selbst mehr eigene Flächen einbringen könne. Dabei könnte es nach Berechnungen der Liegenschaftsverwaltung um den Erwerb von Grund und Boden mit einer Gesamtfläche von rund 50.000 Quadratmetern gehen.

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