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Wohnprojekt in Offenbach : Heimstätte steigt am Kaiserlei aus

Der Plan: Rund um die umgebauten Siemens-Türme sollen in der Randbebauung 205 Wohnungen entstehen. Bild: Simulation Eike Becker Architekten

Neben der Fertigstellung von Wohnungen am „Vitopia Campus“ in Offenbach wollte die Nassauische Heimstätte 205 neue Wohnungen am Offenbacher Kaiserlei kaufen. Nun ist sie vom Kauf zurückgetreten.

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          Es hätte so gut gepasst: Gerade stellt die Nassauische Heimstätte im neuen Goethequartier 327 Wohnungen vis-à-vis den Siemens-Türmen und dem geplanten „Vitopia Campus“ am Offenbacher Kaiserlei fertig. In zwei Jahren sollten dann noch einmal 205 Wohnungen in der Randbebauung des Areals fertig gebaut sein, auf dem die alten Hochhausblöcke der Siemens-Kraftwerkssparte in spektakulärer Weise umgestaltet werden. Doch nun ist die mehrheitlich landeseigene Wohnungsbaugesellschaft vom Kauf der Wohnungen zurückgetreten. Die offizielle Begründung lautet, die Berliner Consus AG habe die im Vertrag festgehaltenen Baufortschritte nicht eingehalten.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Wie aus der Branche zu hören ist, sollen die Wohnungen erst 2024 statt 2022 fertig werden. Von der Consus AG, die die vorher verantwortliche CG Gruppe von dem schillernden Immobilienunternehmer Christoph Gröner gekauft hat, waren zunächst keine weiteren Auskünfte zu erhalten. Der Stadt Offenbach hat man jedoch nach Auskunft des Offenbacher Oberbürgermeisters Felix Schwenke (SPD) zuvor versichert, dass das alles kein Problem sei und man die Wohnungen selbst übernehme. „Für uns ist entscheidend, dass die Wohnungen gebaut werden“, sagte Schwenke.

          Tatsächlich gehören auch diese 205 neuen Wohnungen, von denen 35 gefördert sein sollen, zu einer großangelegten Initiative der Stadt und des Landes, dringend benötigte Wohnungen zu bauen und dabei Wohnraum für untere und mittlere Einkommensschichten zu schaffen.

          Nicht die ersten Irritationen

          Die Nassauische Heimstätte hatte Ende 2018 einen Kaufvertrag für den schlüsselfertigen Erwerb von 205 Wohnungen am Offenbacher Kaiserlei mit der CG Gruppe abgeschlossen. Nach der bisher gültigen Planung sollen die sechs- bis siebengeschossigen Gebäude als Blockrandbebauung zur Berliner Straße und zum Goethering entstehen. Außer den rund 13.900 Quadratmetern Wohnfläche und noch einmal 340 Quadratmetern Gewerbefläche solten auch 110 Tiefgaragenstellplätze gebaut werden. In den Türmen selbst sollen vor allem möblierte Apartments für Kurzzeitmieter entstehen.

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          „Auch wenn wir das Projekt schweren Herzens beenden müssen, investieren wir weiter am Standort Offenbach. Hier schaffen wir derzeit einen Großteil unserer bezahlbaren Wohnungen im Rhein-Main-Gebiet, und das wird auch so bleiben“, kommentierte Constantin Westphal, einer der Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte. Alles in allem baut die Unternehmensgruppe in Offenbach derzeit das schon genannte Goethequartier, darüber hinaus sind 300 Wohnungen im Liebigquartier geplant.

          Die Verzögerungen, die nun zum Ausstieg der Nassauischen Heimstätte geführt haben, sind nicht die ersten Irritationen, die im Zusammenhang mit dem Projekt am Kaiserlei aufgetreten sind. Vor einiger Zeit tat sich augenscheinlich gar nichts mehr auf der Baustelle. In der Branche war seinerzeit von Ärger zwischen der CG Gruppe und dem ursprünglichen Architekten die Rede. Die Gruppe hatte das stets dementiert und wissen lassen, es laufe alles nach Plan.

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