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Internat für Handwerker : Wo außer Maurern auch „Fleischsommeliers“ ausgebildet werden

In Stein gehauen: Das Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Weiterstadt, eine Ausbildungsstätte des Handwerks Bild: Cornelia Sick

Dort werden Auszubildende für den Umgang mit Nahrungsmitteln geschult und „Fleischsommeliers“ auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Zu Besuch im neuen Internat für Handwerker in Weiterstadt.

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          Das Berufsbildungs- und Technologiezentrum in Weiterstadt, eine Ausbildungsstätte des Handwerks, ist um ein Internat mit 115 Plätzen erweitert worden. Die Einrichtung ist allerdings keine Wohnstätte für Jahre wie ein schulisches Internat, sondern ein Gästehaus für Handwerker, während sie an Kursen des Technologiezentrums teilnehmen. Lehrgänge werden dort für Auszubildende und für angehende Meister angeboten und können zwei Tage oder auch mehrere Wochen dauern. Träger des Ausbildungszentrums und des Internats ist die Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main. Nach ihren Angaben hat das Internatsgebäude mit fünf geschossen zwölf Millionen Euro gekostet. Davon steuerte das Land 2,2 Millionen Euro bei, der Bund hab einen Zuschuss von 3,2 Millionen Euro.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der Ausbildungsstätte in Weiterstadt werden Auszubildende für den Umgang mit Nahrungsmitteln geschult, also für die Berufe Bäcker und Metzger. Auch „Fleischsommeliers“ werden dort auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Weitere Schwerpunkte sind nach Angaben der Kammer das Bauhandwerk mit dem Gerüstbau sowie die Berufe der Kraftfahrzeugmechaniker und der Anstreicher. Besonderheit ist ein Lehrgang für „internationale Meister“ in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der sich an deutsche Handwerker richtet, die im Ausland arbeiten möchten.

          Stärke des Handwerks

          Der Präsident der Handwerkskammer, Bernd Ehringer, sagte, die Investition in die Ausbildung in den handwerklichen Berufen rechne sich. Das System der dualen Ausbildung sei ein Standortfaktor und eine Stärke des Handwerks. Deshalb sei die Kammer um ihre Förderung bemüht. Wer sich für eine Ausbildung in einem der 130 Berufe entscheide, habe Anspruch nicht nur auf moderne Lehrinhalte, sondern auch auf ein zeitgemäßes Ambiente wie in dem neuen Internat.

          Die Handwerkskammer Rhein-Main unterhält noch zwei weitere Ausbildungszentren in Bensheim und Frankfurt. Im Jahr nehmen nach ihren Angaben rund 12000 junge Leute an den Kursen der überbetrieblichen Schulung für Lehrlinge teil. In den Zentren werden darüber hinaus Meister auf ihre Prüfung vorbereitet und Handwerker können sich zum geprüften Betriebswirt weiterbilden. Im Kammerbezirk Rhein-Main lernen im Jahr 10.000 Auszubildenden einen Beruf und 1000 Handwerker erhalten den Meisterbrief.

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