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Hessische Wirtschaft : Der Blick nach Berlin

Erwartet mehr Verkehr: Frankfurter Flughafen Terminal 3 Bild: dpa

Die hessische Wirtschaft wächst trotz der andauernden Corona-Pandemie wieder. Die Metropolregion braucht dennoch weiterhin Unterstützung von der Bundesregierung, besonders bei Verkehrsinvestitionen.

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          Die Wirtschaft findet wieder in die Spur. Wie schön, dass es 2021 eine Buchmesse geben soll, die den Namen verdient. Wie wunderbar, dass am Flughafen eine Start- und Landebahn saniert wird in der Hoffnung auf weiter steigende Fluggastzahlen. Wie herrlich, morgens wieder im Stau zu stehen auf dem Weg in die Frankfurter Innenstadt und zu spüren: Das Herz der Region pulsiert wie eh und je.

          Im ersten Halbjahr ist die Leistung der hessischen Wirtschaft 2,8 Prozent gewachsen, etwa so wie die Wirtschaft der Bundesrepublik insgesamt. Die Industrie ist schon länger auf dem Niveau vor der Krise angelangt, wenn sich der Flughafen und das Messegeschäft erholen, wird auch die Hotellerie profitieren; die Restaurants leben schon jetzt, so scheint es, passabel gut von der neu erwachten Lebenslust. Vielleicht ist wirklich das Gröbste überstanden.

          Auch nach der Pandemie gilt, das Wirtschaft nicht alles ist, ohne erfolgreiche Unternehmen aber alles nichts. Erst das dort angesammelte Kapital, erst die durch erfolgreiches Produzieren erwirtschafteten Steuern ermöglichen es, Kultur, Soziales und auch alle Investitionen in den Umweltschutz zu finanzieren. Und so richten sich auch die Blicke der regionalen Wirtschaft auf Berlin, wenn dort in wechselnden Runden an Koalitionsvereinbarungen gefeilt wird.

          Mehr Hilfe von Berlin benötigt

          Der Ballungsraum Frankfurt hat traditionell wenig von der Hauptstadt zu erwarten. Der Finanzplatz leidet unter fehlendem Lobbyismus durch die Bundespolitik und unter Überregulierung und muss immer noch fürchten, dass irgendwann eine Finanztransaktionssteuer kommt, die Geschäfte vertreiben würde. Der Flugverkehr steht unter Druck, wiewohl sich die Branche nach Kräften müht, dass die Maschinen umweltfreundlicher werden. Die immer wieder vorgetragene Kritik an Kurzstreckenflügen ist, solange die Eisenbahn keine vernünftige Alternative bietet, tendenziell geeignet, den Umsteigeknoten Frankfurt zu schwächen.

          Dass die Rhein-Main-Region bei Verkehrsinvestitionen zu kurz kommt, gehört hoffentlich der Vergangenheit an, immerhin werden doch nun einige Großvorhaben der Eisenbahn vorangetrieben. Auch in dieser Hinsicht wird man von Frankfurt aus aufmerksam schauen, aus welchem Bundesland der künftige Verkehrsminister kommt und wie er zu den zuletzt angestoßenen Vorhaben steht. Ob es kurz- oder langfristige Vorhaben sind: Wie sich der Ballungsraum Frankfurt entwickelt, wird auch in Berlin entschieden. Mögen sie dort in den nächsten Wochen eine glückliche Hand haben.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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