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Winterharter Blutsauger : Asiatische Stechmücken in Wiesbaden gefunden

Eingewandert aus Asien: Die Stechmückenart Aedes koreicus Bild: Dorian D. Dörge/Senckenberg/Universität Frankfurt

Unbeliebter Einwanderer: In Wiesbaden wurde die Ausbreitung einer asiatischen Stechmückenart nachgewiesen. Durch sie können Krankheiten übertragen werden.

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          Forscher des Frankfurter Senckenberg-Instituts haben in Wiesbaden eine neue, aus Asien eingeschleppte Stechmückenart nachgewiesen, die Krankheiten übertragen kann. Wie das Institut gestern mitteilte, hatten die Biologen 2017 vier Exemplare der Spezies Aedes koreicus im Stadtteil Bierstadt entdeckt. Im vergangenen Jahr seien an der gleichen Stelle Larven und Puppen dieser Art gefunden worden. Aedes koreicus kommt normalerweise in Korea, Japan, China und Teilen Russlands vor. 2008 wurden die ersten Exemplare in Belgien gemeldet; dort sowie in Italien, der Schweiz und Ungarn hat sich die Art nach Einschätzung des Europäischen Seuchenzentrums mittlerweile etabliert. In Deutschland tauchte die Mücke zum ersten Mal 2015 auf, damals in der Nähe von Augsburg.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Angaben der Senckenberg-Forscherin Antje Steinbrink ist belegt, dass Aedes koreicus den Erreger der Japanischen Enzephalitis und das Chikungunya-Virus verbreiten und Menschen mit Fadenwürmern infizieren kann. Die Wissenschaftler wollen daher die Entwicklung der neu entdeckten Population „genau im Auge behalten“. Sven Klimpel, Senckenberg-Wissenschaftler und Professor für Parasitologie an der Uni Frankfurt, hält es für möglich, die neue Art zurückzudrängen, solange es in Deutschland nur wenige Individuen davon gebe. „Haben sich die Mücken erst großflächig ausgebreitet, ist diese Chance vertan.“

          Hierzulande festgesetzt haben sich schon die Asiatische Tigermücke und die Asiatische Buschmücke. Auch sie können Krankheiten verbreiten, zum Beispiel das Dengue-Fieber. Klimpel hebt allerdings hervor: „Bisher zirkulieren in Deutschland keine für den Menschen gefährlichen Viren, die von diesen Mücken übertragen werden könnten.“ Aedes koreicus hält er zudem für deutlich harmloser als die anderen asiatischen Aedes-Arten. Die Ausbreitung dieser Blutsauger wird durch die globale Erwärmung und den interkontinentalen Verkehr gefördert. Aedes koreicus hat ähnliche Klima-Vorlieben wie die nahe verwandten Tiger- und Buschmücken. Ihre Eier können den europäischen Winter überstehen.

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