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Wiesbadens Fuhrpark elektrisch : Weiße Flotte mit Batterie

Stromer: Wiesbadens OB Mende nutzt wie seine Kollegen künftig E-Autos als Dienstwagen Bild: dpa

Die Stadt Wiesbaden stellt ihren Fuhrpark um und schafft E-Autos an. Die Millionensumme kann sie auch dank der Zuschüsse des Bundes aufbringen. Wo die Wagen künftig Strom abzapfen können, ist auch schon klar.

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          Dank üppiger Zuschüsse kann die Landeshauptstadt Wiesbaden bei der Umstellung auf Elektromobilität einen großen Schritt vorangehen. Sichtbares Zeichen war am Dienstag eine weißlackierte Dienstwagenflotte auf dem Dernschen Gelände neben dem Rathaus. Für knapp zwei Millionen Euro werden in diesem Jahr insgesamt 61 batteriebetriebene Autos für die Stadtverwaltung und die kommunalen Entsorgungsbetriebe angeschafft. 55 davon haben Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) und Umweltdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) schon offiziell in Dienst gestellt.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Wiesbaden profitiert dabei von einer Bundesförderung in Höhe von fast 700.000 Euro, die 75 Prozent der Mehrkosten abdecken soll. Damit die Fahrzeuge mit Energie versorgt werden können, hat die Stadt an elf Standorten insgesamt 34 Ladesäulen errichtet. Von den Kosten in Höhe von 270.000 Euro hat der Bund aus dem Budget seines Sofortprogramms „Saubere Luft“ einen Anteil von 220.000 Euro übernommen. Insgesamt hat der Bund Wiesbaden sogar 1,3 Millionen Euro bewilligt, so dass noch Geld abgerufen werden kann.

          Den gesamten Fuhrpark umzurüsten

          Nach Angaben von Kowol ist nun gut ein Viertel von fast 200 Dienst- und kleinen Nutzfahrzeugen auf Elektroantrieb umgestellt worden. Ziel ist es, sukzessive den gesamten Fuhrpark umzurüsten. Das könnte noch dauern, weil das Tiefbauamt seine Fahrzeuge bis zu 15 Jahre im Fuhrpark belässt. Von dem aktuellen Austauschprogramm, dem eine Ausschreibung vorausgegangen war, profitierten vor allem zwei Hersteller aus Japan und Frankreich, weil deutsche Produzenten keine verfügbaren Modelle im Angebot hatten.

          Laut Kowol stehen den Mehrkosten bei der Anschaffung niedrigere Betriebskosten gegenüber. Für die großen Luftverpester, das sind Nutzfahrzeuge wie Müllsammeltransporter, ist eine Batterielösung aber noch in weiter Ferne. Laut Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler (CDU) taugen die in anderen Kommunen vorgestellten Batterielastwagen allenfalls als Vorführfahrzeuge mit Symbolcharakter. Einsatz- und leistungsfähige Müllautos gebe es noch nicht, und ihre Verfügbarkeit sei noch nicht absehbar. Die Entsorgungsbetriebe hätten daher ältere Lastwagen gegen Dieselfahrzeuge ausgetauscht, die der Norm „Euro 6“ entsprechen.

          Oberbürgermeister Mende misst dem Fahrzeugtausch eine wichtige kommunale Vorbildfunktion im Hinblick auf den Klimaschutz zu. Die Stadt übernehme damit Verantwortung, denn dem Verkehrssektor falle bei der Luftverbesserung eine zentrale Rolle zu. Die Elektrifizierung des kommunalen Fuhrparks ist Teil des Luftreinhalteplans der Stadt, mit dem ein Dieselfahrverbot abgewendet worden war.

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