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Stadt Mainz und ihre Schulden : Ein blaues Auge und schmerzhafte Einschnitte

Teuer, aber unverzichtbar: An der Schillerstraße in Mainz sind Schienen und Kanäle ausgetauscht worden. Bild: Marcus Kaufhold

Die Pandemie hat der Stadt Mainz den Finanzplan verhagelt. Das wirkt sich vor allem auf die nächsten beiden Jahre aus.

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          Trotz der Corona-Krise wird im Mainzer Rathaus erwartet, dass man 2020 mit „einem blauen Auge“ davonkommen und zum Jahresende unterm Strich wohl eine „schwarze Null“ schreiben wird. Dies ist aber nur möglich wegen diverser Hilfsprogramme, die von Bund und Land aufgelegt wurden, und wegen einer außerordentlichen Steuernachzahlung in zweistelliger Millionenhöhe, die ein ortsansässiges Unternehmen zu überweisen hat. „Ohne Corona hätten wir dagegen einen positiven Abschluss erreicht und fast 50 Millionen Euro Altschulden abbauen können“, sagte Finanzdezernent Günter Beck (Die Grünen) dieser Zeitung. „Richtig wehtun“ werden die Folgen der Pandemie aber in den nächsten beiden Jahren. Denn für 2021 und 2022 rechnet Bürgermeister Beck, der den Verwaltungsentwurf zum Doppelhaushalt am Mittwoch im Stadtrat eingebracht hat, mit Jahresfehlbeträgen von jeweils 40 bis 50 Millionen Euro.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Dabei wolle die mit mehr als 1,2 Milliarden Euro ohnehin schon hochverschuldete Kommune zusätzliche Kredite vor allem dafür aufnehmen, um weiter zu investieren. Also um neue Schulen und Kindertagesstätten zu bauen, Verkehrsprojekte fortzuführen und den eigenen Gebäudebestand aufzuwerten – so etwa durch die beiden Bürgerhaus-Neubauten in den Stadtteilen Hechtsheim und Finthen sowie die aufwendige Modernisierung der Rheingoldhalle.

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