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Trügerische Familienidylle: Maria Einsmann alias Joseph Einsmann (links) mit ihrer vermeintlichen Ehefrau Helene Müller und deren beiden Töchtern. Bild: Stadtarchiv Mainz

Wie eine Frau zum Mann wurde : Maria ist Joseph

In den zwanziger Jahren schlüpft eine Frau in Männerkleider, um einen Job zu finden, von dem man leben kann. Zum Schein werden aus zwei Freundinnen Mann und Frau, zwölf Jahre lang hält ihr Geheimnis. Nun wird die Geschichte neu entdeckt.

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          Ohne den Unfall wären sie vielleicht niemals erwischt worden. Denn hätte Joseph Einsmann, genannt Seppel, sich in der Erdal-Fabrik nicht so schwer verletzt, wäre seine Hand nicht in die verfluchte Maschine geraten, dann wäre auch nicht aufgefallen, dass er in Wirklichkeit kein Mann, sondern Maria Einsmann, eine Frau war. Und das Gerüst, das zwölf Jahre lang Bestand hatte, das zwei Frauen und zwei Kindern das Überleben sicherte, wäre nicht in sich zusammengebrochen.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch so spielte das Leben nicht. Der Unfall passierte, die Hand war kaputt, eine doppelte Invalidenkarte tauchte auf, Maria Einsmann und Helene Müller landeten vor Gericht, die Zeitungen stürzten sich auf ihre Geschichte.

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