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Streit um Edersee-Pegel : Ein Wasserstand als Politikum

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Rarität: In der jüngeren Vergangenheit war ein vollgelaufener Edersee ein seltener Anblick Bild: dpa

In diesem Jahr könnte sich der Streit um den Wasserstand des Edersees entschärfen. Die Lage vor der touristischen Hauptsaison ist entspannt. Auf der Suche nach langfristigen Lösungen wird weiter getestet.

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          Der Edersee in Nordhessen hat nach der Dürre im vergangenen Jahr wieder viel Wasser. „Wir haben in diesem Jahr den Edersee zur besten Zeit voll“, sagte Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Nordhessen. Nun gehe es darum, den Wasserstand des Stausees möglichst lang hoch zu halten. Deswegen wollen sich Ende Juni Behörden, Wassersportler und Hoteliers treffen.

          Um den Wasserstand des Edersees wird seit Jahren gerungen. Das an der Edertalsperre abgelassene Wasser soll eigentlich die Oberweser für Schiffe befahrbar halten. Ein leerer See gilt aber als Gefahr für den Tourismus - auch wenn die bei Niedrigwasser auftauchenden Ruinen „Edersee-Atlantis“ eine Attraktion sind.

          See teils nur zu einem Zehntel voll

          Im vergangenen Jahr traf die Dürre den See hart: Der Füllstand lag zeitweise bei nur zehn Prozent. Für Wassersportler waren die Bedingungen schlecht. Regatten fielen aus. Umweltschützer bezeichneten die Situation als „ökologische Katastrophe“.

          Das Kuriose: Trotz des Niedrigwassers kamen die Touristen. „Wir hatten Rekordzahlen bei Gästen und Übernachtungen“, erklärte Claus Günther, Geschäftsführer der Edersee Touristic. Mehr als 486.000 Übernachtungen wurden allein in den Hotels direkt am See registriert, 180.000 waren es in privaten Unterkünften.

          Aufgetaucht: Wenn der Wasserspiegel wegen Trockenheit stark fällt, kommen sonst nicht sichtbare Ruinen zum Vorschein

          Das laufende Jahr soll wieder erfolgreich werden - aber mit Wasser im See. Bei 92 Prozent lag der Füllstand zuletzt. „Der See ist voll, wir haben Superbedingungen für Wassersport und Badende“, sagte Günther. Ab Juli beginne die für den Edersee-Tourismus wichtigste Zeit des Jahres.

          Im Kampf ums Wasser wollen Wassersportler und Hoteliers nicht nachlassen. „Es ist nach wie vor wichtig, dass der See entsprechend gefüllt ist“, erklärte Günther. Das Gewässer sei eine „Marke“ für die Region. „Es gibt keine stärkere Wirtschaftskraft in Region als Tourismus.“

          „Auf dem richtigen Weg“

          Dass es keinen großen Wurf bei einer Suche nach Lösungen gibt, bestätigen alle Seiten. Vielmehr müsse an kleinen Stellschrauben gedreht werden, um die Situation für Edersee-Tourismus und Schifffahrt auf der Oberweser besser zu machen.

          Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt des Bundes hatte zuletzt angekündigt, eine geringere Mindestabgabe von Wasser aus dem See zu testen. Auch eine niedrigerer Wasserstand in der Weser über längere Zeit sollte ausprobiert werden. Ergebnisse sollen nun Ende Juni präsentiert werden.

          „Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Thomas Hennig vom Regionalverband Eder-Diemel. Es habe sich gezeigt, dass die bisherige Bewirtschaftung beiden Seiten nichts gebracht habe, weil eben auch für die Weser irgendwann das Wasser nicht mehr reicht. „Es kann nicht sein, das die Ederseeregion vor die Wand gefahren wird und gleichzeitig die Schifffahrt auf der Oberweser eingestellt werden muss.“ Ein Lösungsansatz sei, der Oberweser so viel Wasser zu geben, dass eine eingeschränkte Schifffahrt möglich sei.

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