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Mehr Wissen über Corona : Wie das Land besser informieren kann

„Querdenker“-Idyll: Das Unverständnis über Corona-Vorgaben kennt viele Gesichter, Forderungen und Standpunkte Bild: Maximilian von Lachner

Es geht in Hessen noch mehr, um die Bevölkerung ausreichend über die Folgen der Pandemie in Kenntnis zu setzen. Auch wenn sie an einem Aluhut abprallen mögen: Mehr Informationen sind für die meisten hilfreich.

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          Es muss ja nicht gleich ein Verschwörungstheorien nachlaufender Aluhut-Träger sein oder ein zu Gewalt neigender Maskenverweigerer, der sich über das „Grippchen“ lustig macht. Auch unter anderen Zeitgenossen breitet sich Unwillen aus, den Corona-Vorgaben der Behörden weiter unkritisch Folge zu leisten. Das fängt bei Nachlässigkeiten im Umgang mit der Alltagsmaske in Zügen an und hört bei ungezwungenen Feiern nicht auf. Bei solchen Anlässen scheint die Pandemie weit weg zu sein, obwohl die neuen Covid-19-Fälle in Hessen inzwischen mehr als zehnmal so hoch sind wie Mitte Juni. Ob Letzteres allen bewusst ist, die unnötig gesundheitliche Risiken eingehen, auch und gerade zu Lasten ihres Umfelds?

          Zur Erinnerung: Im Juni gab es Tage ohne neuen Fall in ganz Hessen, und mehr als zehn Landkreise waren für eine Woche frei von Neuinfektionen; derzeit kann das nur ein Kreis vermelden. Die Informationspolitik der Landesregierung hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Ja, es stimmt, Sozialminister Kai Klose spricht per Video über die steigenden Infektionszahlen und über Testmöglichkeiten.

          Auf gutem Weg nach Schlingerkurs

          Ja, sein Haus veröffentlicht mittlerweile verlässlich jeden Tag gegen 14 Uhr die neuesten Fallzahlen nebst einer Karte, wie es um die einzelnen Großstädte und Landkreise steht. Und in der Tat hat das Land nach einem anfänglichen Schlingerkurs hier einen guten Weg eingeschlagen, indem es die Daten des Robert-Koch-Instituts übernimmt, statt wie zuvor noch jene eines Landesinstituts einzubinden. Das beugt Verwirrung vor.

          Doch es geht sicherlich noch mehr, um die Bevölkerung ausreichend über die Folgen der Pandemie in Kenntnis zu setzen. Ein einfaches Mittel wäre zum Beispiel, auf der Internetseite unter dem Corona-Bulletin über die Zahl der in den hessischen Kliniken behandelten Covid-Kranken zu berichten und die Zahl der freien Betten zu nennen. Außerdem könnte das Ministerium regelmäßig darlegen, wie sich die Infektionen auf die einzelnen Altersstufen verteilen, und erläutern, weshalb derzeit weit weniger Patienten an einer Corona-Infektion sterben als im April. Und es könnte erklären, dass die Grippeimpfung nicht nur den Einzelnen schützt, sondern auch dem Gesundheitssystem insgesamt nützt. Auch wenn sie an einem Aluhut abprallen mögen: Solche Informationen sind für die meisten hilfreich.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

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