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Streit um Rodung : Widerstand gegen Kiesabbau

Sorgt auch immer wieder für Streit: Kiesabbau am Langener Waldsee Bild: Rainer Wohlfahrt

Das Unternehmen, das am Raunheimer Waldsee Kies gewinnt, will die Abbaufläche vergrößern. Zu diesem Zweck müsste Wald gerodet werden. Dazu kommt Kritik aus Flörsheim.

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          Gegen den geplanten Kiesabbau am Raunheimer Waldsee regt sich in Flörsheim Widerstand. Die Kritik der Koalition aus CDU und der Grünen Alternativen Liste Flörsheim (Galf) richtet sich gegen die Rodung des Waldes, die für eine Vergrößerung des Kieswerks notwendig ist. Wie berichtet, müssten für die Erweiterung der Kiesabbaufläche der Dreher-Gruppe fast zwölf Hektar Wald am Raunheimer Waldsee gerodet werden, der als Bannwald eingestuft ist.

          Jan Schiefenhövel
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diese Fläche liegt auf Raunheimer Gemarkung, die Stadt Flörsheim ist aber Eigentümerin des Waldes. Die Flörsheimer Koalitionsfraktionen erinnern in einer gemeinsamen Stellungnahme an den Streit um die Rodung des Flörsheimer Stadtwaldes für den Bau der Startbahn West am Flughafen. Die Kommune habe im Jahr 1980 rund 180 Hektar Wald verkauft, um der drohenden Enteignung zuvorzukommen.

          Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen

          In den Zeiten des Klimawandels komme dem Wald gerade im Rhein-Main-Gebiet eine wichtige Funktion zu. Einen gesunden Wald zu roden verbiete sich. Ein Wald sei eine „wesentliche Lebensgrundlage“, biete Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen und erzeuge Sauerstoff, sei als Klimaregulator unverzichtbar. Dabei hätten alte und hohe Bäume in ökologischer Hinsicht einen besonders hohen Wert. Es dauere Jahrzehnte, bis eine vergleichbare Qualität mit Neuanpflanzungen erreicht werde.

          Die Wälder in der dicht besiedelten Region erodierten ohnehin. Angesichts der Erderwärmung sei Rodung das Gegenteil des Notwendigen. Gerade die Bannwälder rund um den Flughafen trügen zum Schutz des Klimas bei und seien darüber hinaus wichtig für die Lärmminderung, heißt es in der Stellungnahme der beiden Fraktionen. Der Rodung aus wirtschaftlichen Inter­essen zuzustimmen stelle keine sinnvolle Strategie dar.

          CDU und Galf kündigen an, bei den übrigen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung für eine gemeinsame Resolution gegen den Kiesabbau im Flörsheimer Stadtwald zu werben. Gleichzeitig setze man die Hoffnung auf die Stadt Raunheim, weil diese im Planfeststellungsverfahren Einfluss auf die Entscheidung über den Kiesabbau nehmen könne.

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