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Wetteraukreis : Erster Schritt zum Radschnellweg

In Zukunft soll es im Großraum Rhein-Main neun Radschnellwege geben (Symbolbild). Bild: dpa

Neun Radschnellwege sollen künftig die Rhein-Main-Region vernetzen. Die Planung für die Nord-Süd-Verbindung von Butzbach bis nach Frankfurt nimmt Gestalt an.

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          Ein weiterer Radschnellweg im Großraum Rhein-Main soll durch die Wetterau führen. Geplant ist eine Nord-Süd-Verbindung von Butzbach bis nach Frankfurt. Einen Kooperationsvertrag, um dieses Projekt zu realisieren, haben der Wetteraukreis und die Kommunen entlang der Route jetzt mit dem Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main geschlossen. Vertreten sind die Städte Butzbach, Bad Nauheim, Friedberg, Karben, Bad Vilbel und Frankfurt sowie die Gemeinde Wöllstadt.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Um das Vorhaben auf den Weg zu bringen, soll in einem ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Federführend ist der Regionalverband, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Region mit insgesamt neun Radschnellwegen zu vernetzen. Die Kommunen und der Wetteraukreis begleiten das Vorhaben politisch in einem Steuerungskreis und gründen einen Arbeitskreis, der sich aus Mitarbeitern von Fachabteilungen der Verwaltungen rekrutiert.

          Die Studie soll im Herbst in Auftrag gegeben werden und nach rund anderthalb Jahren fertiggestellt sein. Die Kosten für das Werk sind mit etwa 100.000 Euro veranschlagt, wobei in Aussicht steht, dass das Land die Hälfte davon übernimmt. 25.000 Euro steuert der Wetteraukreis bei, den Rest übernehmen die Kommunen.

          Radfahren liegt im Trend

          Der Bad Vilbeler Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) macht sich für den Radschnellweg mit dem Hinweis stark, wer sich morgens und abends den Verkehr rund um Bad Vilbel ansehe, könne sich vorstellen, „dass es hilfreich wäre, wenn einige hundert Pendler aufs Fahrrad umsteigen würden“.

          In Butzbach, wo zurzeit ein Nahmobilitätskonzept erarbeitet wird, verspricht man sich von der Anbindung an die wichtigsten Städte im Wetteraukreis und bis nach Frankfurt einen großen Beitrag, den Radverkehr noch attraktiver zu machen, wie Bürgermeister Michael Merle (SPD) sagt. Wie am Niddaradweg erkennbar, liege Radfahren im Trend, konstatiert der Karbener Bürgermeister Guido Rahn (CDU).

          Wobei er aber zu bedenken gibt, dass sich Radfahrer diesen Weg mit Spaziergängern, Joggern, Kindern auf Rollern und Senioren mit Rollatoren teilen müssten. Ein direkter, exklusiver Weg für Pendler könne dem Radverkehr zu noch mehr Schub verhelfen.

          Kostengünstig planen

          Damit sich die Millioneninvestitionen rechtfertigen lassen, müssten eine Trasse im Durchschnitt pro Tag zwischen 800 und 2000 Radler nutzen. Für den Korridor durch die Wetterau ist eine Zahl von etwa 1800 Radfahrern ermittelt worden. Hauptaufgabe der Studie ist es, in Kooperation mit den Kommunen mehrere Streckenvarianten zu erarbeiten. Daraus soll am Ende die kostengünstigste und am besten akzeptierte Trasse vorgeschlagen werden.

          Wobei die Planer nicht bei null anfangen müssen. Es gibt schon Überlegungen für Routenführungen. So hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) vorgeschlagen, den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Frankfurt und Friedberg zu nutzen, um dort auch einen Radweg zu bauen. Verlaufen könnte der Radschnellweg auf einer Trasse, welche die Bahn parallel zu den Gleisen als Wirtschafts-, Versorgungs- und Rettungsweg ohnehin anlegen werde.

          Der Vorschlag werde in der Studie berücksichtigt, sagt der Erste Beigeordnete und Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes, Rouven Kötter (SPD). Überschneidungen könne es zudem mit dem Projekt „kurze Wetterau“ geben, das sich im Radverkehrsplan des Kreises findet. Dabei handelt es sich um eine für den Alltag konzipierte Radwegeverbindung, die auf möglichst kurzer Route und mit wetterfesten Fahrbahnen von Butzbach über Ober-Mörlen, Bad Nauheim, Friedberg, Wöllstadt, Karben und Bad Vilbel bis vor die Tore Frankfurts führt.

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