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Gemeinde ohne Einfluss : Werden Rechenzentren bald Coca-Cola ersetzen?

Auch das Wahrzeichen bleibt nicht: Der Coca-Cola-Wassertank in Liederbach Bild: Lucas Bäuml

Der Konzern Coca-Cola wird selbst entscheiden können, wer seinen Standort nahe Frankfurt 2022 übernimmt. Die Gemeinde Liederbach selbst kann dabei nicht mitbestimmen – und fürchtet einen Zuzug von Datacentern.

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          Für Ende September hat der Getränkekonzern Coca-Cola das Ende eines Bieterverfahrens angekündigt. Dann wird feststehen, welcher Investor sich von 2022 an auf dem 70.000 Quadratmeter großen Areal ansiedeln wird – einer der letzten großen zusammenhängenden Gewerbeflächen im gesamten Rhein-Main-Gebiet nahe zur Autobahn 66. Die Gemeinde Liederbach jedenfalls ist nicht Herr des Verfahrens: Nach einer mehrstündigen Diskussion entschied sich am Donnerstagabend der Haupt- und Finanzausschuss in einer Sondersitzung gegen die Teilnahme an dem Bieterverfahren.

          Heike Lattka
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Die Kommune könne sich nicht auf ein Millionenspiel einlassen. Das Projekt sei für Liederbach einfach eine Nummer zu groß, um es selbst zu stemmen. Ohne Gegenfinanzierung könne die Gemeinde nicht „einfach so“ ein paar Millionen Euro lockermachen, warnte Stefan Emert. Bürgermeisterin Eva Söllner (beide CDU) verwies zudem auf die Genehmigung der Aufsichtsbehörde, die notwendig würde, falls Liederbach bei dem Flächenverkauf mitbieten wolle. Sie erhalte täglich mehrere Telefonanrufe von Interessenten, darunter seien internationale, sehr interessante Unternehmen, auch mehrere Betreiber von Rechenzentren, berichtete sie. Inhaltlich dürfe sie sich nicht detailliert äußern, da sie eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben habe.

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