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Wiesbaden : Weniger Stickoxid in den Straßen

In Wiesbaden wird trotz der vielen Fahrzeuge langsam die Luft besser. Bild: dpa

In Wiesbaden wird die Luft besser. Das haben aktuelle Messungen ergeben. Was ist die Ursache dafür?

          2 Min.

          Der Landeshauptstadt droht wegen einer zu hohen Belastung der Atemluft mit Stickstoffdioxid vorerst kein Dieselfahrverbot mehr. Offenbar greifen die im Luftreinhalteplan festgeschriebenen Maßnahmen, sodass eine spürbare Verbesserung nachweisbar ist. „Wir liegen mit rund 33 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft im Jahresmittel derzeit klar unterhalb des Grenzwerts von 40 Mikrogramm“, berichtet Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Die Grünen).

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Damit setzt sich der positive Trend fort, über den die Stadt zuletzt im Februar informiert hatte. Zwei Jahre nach Inkrafttreten des neuen Luftreinhalteplans waren die Grenzwerte an den beiden landeseigenen Messstationen Ringkirche und Schiersteiner Straße eingehalten worden.

          Die Jahresmittelwerte waren von 47 Mikrogramm je Kubikmeter im Jahr 2018 auf 44 Mikrogramm im Jahr 2019 zurückgegangen, und sie erreichten 2020 den Wert von 37 Mikrogramm je Kubikmeter. Auch an allen zehn kommunalen Passivsammlern wurde die Unterschreitung bestätigt. Noch im Herbst 2020 hatte die Umwelthilfe der Stadt mit juristischen Schritten gedroht, sollte sie nicht schnell für bessere Luft sorgen und nicht die im Luftreinhalteplan festgeschriebenen Maßnahmen realisieren.

          „Sinkenden Trend fortschreiben“

          Nach Angaben von Umweltamtsleiter Klaus Friedrich lag die Stickdioxid-Konzentration im Jahr 2015 noch im Jahresmittel bei 54 Mikrogramm. „Sofern die Wetterlagen über die Wintermonate mitspielen, werden wir in diesem Jahr in Wiesbaden den sinkenden Trend fortschreiben und die Grenzwerte im Jahresmittel deutlich unterschreiten“, kündigt er eine für Wiesbaden erfreuliche Entwicklung an.

          Als Ursachen für die rückläufige Konzentration von Stickstoffdioxid in der Luft gelten unter anderem die begonnene Umstellung der Busflotte auf Elektroantrieb, der spürbare Ausbau der Radwege und das Angebot an Leihrädern sowie die Verbesserungen in der Motorentechnik und den Abgasreinigungsanlagen durch die Autohersteller. Auch die Corona-Pandemie und die damit verbundene große Zahl von Beschäftigten im Homeoffice habe zur Verringerung der Emissionen beigetragen, heißt es aus dem Rathaus.

          Die Stadt wird deshalb am Mittwoch die digitalen Anzeigetafeln demontieren, die seit Februar 2019 an der Straßenbrücke des Luisenforums über die Luftqualität in Wiesbaden informiert haben. Wer sie regelmäßig passiert, konnte sich selbst überzeugen, dass die Messwerte nur noch selten in roter Leuchtschrift angezeigt wurden, wenn die Grenzwerte überschritten waren.

          Die Tafeln waren von Beginn an für einen befristeten Zeitraum an zentraler Stelle montiert worden, um den Verkehrsteilnehmern in der Innenstadt die aktuelle Luftbelastung anzuzeigen und auf die Dringlichkeit der im Luftreinhalteplan verankerten Maßnahmen hinzuweisen. Die Tafel waren daher auch als Appell gedacht, vermehrt auf Bus, Bahn oder das Fahrrad umzusteigen.

          Kowol kündigt an, dass die Stadt trotz der positiven Entwicklung bei den Luftschadstoffen ihre Anstrengungen für saubere Luft fortsetzen werde. Die Einhaltung der Grenzwerte bedeute noch nicht, dass die Luftqualität in Wiesbaden jederzeit und überall einwandfrei sei, sagt Kowol. Die Bürger haben zudem weiterhin die Möglichkeit, die aktuellen Daten zur Luftqualität anzusehen. Die Stadt informiert dazu auf der städtischen Internetseite. Aktuelle Daten liefert zudem die App des Umweltbundesamtes „UBA Luft“ sowie die Seite www.stadtluft-anzeiger.de

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