https://www.faz.net/-gzg-16pec

Wein-Forschungsanstalt : Mainz kündigt Vertrag mit Geisenheim - Hessen irritiert

  • -Aktualisiert am

Die Labors der Wein-Forschungsanstalt Geisenheim waren Bundesforschungsministerin Schavan im August einen Besuch wert - nun ist die Finanzierung unklar Bild: Michael Kretzer

Das Land Rheinland-Pfalz hat den seit 1987 laufenden Staatsvertrag mit der Wein-Forschungsanstalt Geisenheim gekündigt - ohne Vorwarnung. Das Land Hessen hat dies mit „Befremden und Verwunderung“ aufgenommen.

          1 Min.

          Das Land Rheinland-Pfalz hat den Staatsvertrag mit dem Land Hessen über die Finanzierung der Forschungsanstalt Geisenheim zum Jahresende gekündigt und verlangt Verhandlungen über eine Neustrukturierung der Zusammenarbeit. Eine überraschende Entscheidung, die Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) als „unfreundlichen Akt“ des Nachbarlandes bezeichnet hat.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Die 1872 durch Freiherr von Lade und die preußische Regierung als Königlich Lehranstalt für Obst- und Weinbau gegründete Forschungsanstalt ist eine der ältesten Forschungseinrichtungen des Wein- und Gartenbaus im deutschsprachigen Raum. Sie leistet anwendungs- und grundlagenorientierte Forschung in den Fachgebieten Weinbau, Gartenbau, Oenologie und Getränkeforschung und ist mit Forschung und Lehre der Hochschule Rhein-Main eng verknüpft. Insgesamt profitieren in Geisenheim rund 1000 Studierende aus dem In- und Ausland von dieser hessenweit einzigartigen Kooperation. Der Etat der Forschungsanstalt mit ihren rund 320 Mitarbeitern, darunter 50 Wissenschaftler, liegt bei rund 18 Millionen Euro jährlich.

          Hessen befremdet und verwundert

          Die Kündigung hat Kühne-Hörmann nach eigenen Angaben „mit Befremden und Verwunderung“ aufgenommen. Rheinland-Pfalz habe den seit 1987 laufenden Staatsvertrag ohne Vorwarnung mit dem Hinweis gekündigt, die Zeit bis zum Jahresende solle zu Verhandlungen über eine Neustrukturierung der Zusammenarbeit genutzt werden. Die Ministerin zeigt dafür kein Verständnis. Mit Geisenheim habe Deutschland einen weltweit anerkannten Ort für die akademische Ausbildung von Weinbau und Oenologie.

          Eine Lockerung der Beziehungen hatte sich aber schon im vergangenen Jahr angedeutet, als Rheinland-Pfalz sehr zum Unverständnis von Hessen einen eigenen Weinbaustudiengang in Konkurrenz zu Geisenheim einrichtete. In der Kündigung des Staatsvertrags sieht die Ministerin nun Befürchtungen bestätigt, dass entgegen allen seinerzeit anders lautenden Bekundungen aus Mainz der Staatsvertrag ausgehöhlt werden solle.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Protest gegen den Bergbau: Eine Demonstrantin bei der Dem „New South Wales brennt, Syndey erstickt“ in Sydney.

          Kohleabbau in Australien : „Fast jeder Kumpel besitzt ein Boot“

          Das Hunter Valley ist das Ruhrgebiet Australiens. Hier leben die Menschen von der Kohle. Viele hat das „schwarze Gold“ reich gemacht. Doch auch sie spüren die Folgen des Klimawandels – und fragen sich, wie es weitergehen soll.
          Niederlage für Boris Johnson: Das House of Lords votiert für eine Anpassung seines Brexit-Gesetzes zum Bleiberecht für EU-Ausländer in Großbritannien.

          Anpassung des Brexit-Gesetzes : Johnson erleidet Schlappe im Oberhaus

          Das House of Lords will die rund 3,6 Millionen europäischen Ausländer in Großbritannien stärker schützen – und erteilt den Brexit-Plänen des Premiers in diesem Punkt eine Absage. Nun entscheidet das Unterhaus. Droht ein Ping-Pong-Prozess?

          F.A.Z. Podcast für Deutschland : Die neue deutsche Rolle im Libyen-Konflikt

          Kann es wirklich Frieden geben in Libyen? Der politische Herausgeber Berthold Kohler und Nahost-Korrespondent Christoph Ehrhardt sprechen darüber mit Moderator Andreas Krobok. Außerdem: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales über Fakenews und Sportwissenschaftler Professor Daniel Memmert über immer jüngere Fußballstars.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.