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Hessisches Ried : Wasser aus dem Rhein für Wälder statt „Flächenfraß“

Durstig: Nicht nur diese Kiefern im Ried können Wasser gut gebrauchen, auch die Landwirtschaft braucht es Bild: Michael Kretzer

Der fortgesetzte „Flächenfraß“ besorgt viele Bauern. Doch belassen sie es nicht beim Mahnen. Zum Auftakt der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen stellt einer ihrer Vertreter eigene Vorschläge vor, die allen dienen sollen.

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          Willi Billau ist sicher: Nichts habe den Niedergang bäuerlicher Betriebe so konstant begleitet wie der „Flächenfraß“. Landwirte bezeichnen mit diesem Wort den Wegfall von Flächen für ihre Zwecke. Eine Ursache sind sogenannte Ausgleichsflächen für Bauvorhaben an anderer Stelle.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Alleine in der Starkenburg-Region in Südhessen verlieren die Landwirte täglich mehr als zwei Fußballfelder große Areale, wie Billau als Chef des dortigen Bauernverbands sagt. Ein Hektar sind 10.000 Quadratmeter, also etwa 1,3 Fußballplätze.

          „Eine Win-win-win-Situation“

          Das Regionale Entwicklungskonzept sehe 5400 Hektar und 3000 Hektar für Gewerbe vor, außerdem 2000 Hektar Ausgleichsflächen für die ICE-Neubaustrecke und den Ausbau der A67. „Das schaffen wir nicht“, mahnt Billau. Er belässt es aber nicht dabei, sondern unterbreitet zum Auftakt der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen in Gernsheim eigene Vorschläge.

          Nach Gesprächen mit den Landwirten sei die Deutsche Bahn bereit, eine Infiltrationsanlage zu bezahlen. Die Anlage solle Wasser aus dem Rhein aufbereiten und Wäldern im nördlichen Ried westlich von Darmstadt zuführen. In der Folge könnte die wachsende Bevölkerung Frankfurts mit Trinkwasser versorgt werden, Förstern wäre gedient und Bauern auch. Billau sieht darin „eine Win-win-win-Situation“.

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