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Jagdhaus von Fresenius : Wissenschaft im Wald

Entwurf der Architekten: So könnte das Tagungshaus aussehen, für das sich die Stiftung einsetzt. Bild: Architekturbüro Ferdinand Heide

Auf einem Grundstück im Taunus soll im Sinne der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung ein Tagungszentrum entstehen. Doch Kröners Nachkommin ist dagegen. Wie kann das Andenken besser gewahrt werden?

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          Der Taunus ist seit jeher ein beliebter Rückzugsort. Nicht nur Wochenendhäuser künden davon, auch Tagungsstätten aller Art finden sich zwischen Bäumen versteckt und sind Ziel von Jugendgruppen und kirchlichen Verbänden. Als sich der Frankfurter Apotheker Eduard Fresenius hier 1916 ein Jagdhaus bauen ließ, folgte er dem Ruf des Mittelgebirges als Begegnungsort mit der Natur.

          In diese Tradition passt nicht weniger, was die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung jetzt mit dem Grundstück vorhat. Aus ihrer Sicht ist der Zustand zu schlecht, um das Holzhaus zu erhalten. Der Neubau soll nicht größer werden, aber zweckmäßiger sein. Kleine Gruppen von Wissenschaftlern könnten dort diskutieren, einige wenige auch längere Zeit dort in einem von drei Appartements arbeiten. Dass dafür einiger Aufwand nötig ist, wird die Stiftung nicht überfordern, die sich aus den Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius speist.

          Tagungshaus oder Original?

          Gegen die Pläne stemmt sich mit Gabriele Kröner die Stieftochter von Else Kröner, jener Frau, deren Name für den Aufstieg vom verschuldeten Nachkriegsbetrieb zum Vorzeigeunternehmen steht. Sie möchte das Jagdhaus erhalten, das sie aus eigener Erinnerung kennt. Dem Argument, es sei aus architekturhistorischen Gründen erhaltenswert, folgt das Landesdenkmalamt allerdings nicht. Es wird also vor allem um die Frage gehen, was dem Andenken an das Ehepaar Kröner und an Eduard Fresenius am ehesten entspricht: Ein wissenschaftliches Tagungshaus oder das wiederhergestellte Original.

          Dabei spielen, schließlich geht es um die Familiengeschichte, auch persönliche Empfindungen eine Rolle. Wie sich Gabriele Kröner und die Stiftung einigen können, muss sich zumal angesichts der Vorgeschichte erst noch weisen. Die Schmittener Gemeindevertreter haben in dieser Lage das einzig Richtige getan. Sie haben sich an das gehalten, wofür sie zuständig sind und über das Planungsrecht entschieden.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

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