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Philosophie-Professorin Özmen : „Ich habe keinen Schutzauftrag gegenüber meinen Studierenden“

Hält nichts von Wortverboten: Elif Özmen verteidigt die freie Rede in ihren Seminaren. Bild: Marie-Luise Kolb

Die Gießener Philosophieprofessorin Elif Özmen forscht zum Thema Wissenschaftsfreiheit. Im Interview sagt sie, warum sie in ihren Seminaren keine „Trigger Warnings“ ausspricht und welche Tendenzen an Unis ihr Sorgen bereiten.

          7 Min.

          Elif Özmen, Jahrgang 1974, hat in Göttingen und Frankfurt Philo­sophie, Wissenschaftsgeschichte und Deutsche Philologie studiert. Nach Promotion an der Humboldt-Universität Berlin und Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München hatte sie Vertretungsprofessuren in Hamburg und Regensburg inne. 2013 wurde sie Professorin in Regensburg, seit 2016 lehrt sie praktische Philosophie an der Uni Gießen. 2021 hat sie den Sammelband „Wissenschaftsfreiheit im Konflikt“ herausgegeben.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Frau Özmen, wie frei fühlen Sie sich als Wissenschaftlerin der Uni Gießen?

          Als Wissenschaftlerin unter Wissenschaftlern fühle ich mich sehr frei. In Gießen sind mir keine Fälle von Eingriffen in die Wissenschaftsfreiheit bekannt, die weite Kreise gezogen hätten. Andererseits gehört es mittlerweile zum Alltag jeder Universität, sich für bestimmte öffentliche Veranstaltungen Sicherheitsstrategien zu überlegen, weil man damit rechnen muss, dass sie gestört werden können, dass es etwa Versuche gibt, sie zu diskreditieren, zu boykottieren oder zu kapern.

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