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Gartenschläfer gibt Rätsel auf : Immer weniger Schlafmäuse mit Zorro-Maske

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Bedroht: Der Gartenschläfer ist vielerorts in Deutschland schon ganz verschwunden, nun wollen Forscher ihm auf die Spur kommen Bild: dpa

Noch lebt eine Anzahl Gartenschläfer im Großraum Frankfurt und im Odenwald. Andernorts in Deutschland sind diese Schlafmäuse schon ganz verschwunden. Woran das liegt, wollen Gießener und Frankfurter Forscher ergründen.

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          Mit einem großangelegten Suchaufruf wollen Wissenschaftler ein mögliches Aussterben von Gartenschläfern in Deutschland verhindern helfen. Die Schlafmaus ist ein kleiner Verwandter des Siebenschläfers und leicht an ihrem markanten Fellmuster am Kopf zu erkennen, das einer „Zorro“-Maske ähnelt. „Wir wissen noch nicht viel über den Gartenschläfer“, sagt der Wildbiologe Johannes Lang von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das mache es schwer, die Art zu schützen.

          Aber Schutz wäre dringend nötig, denn die Bestände schrumpfen seit Jahrzehnten dramatisch. Naturschützer rufen dazu auf, Sichtungen des Gartenschläfers zu melden. Gut 1000 Hinweise sind nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz bereits eingegangen. Die rund 15 Zentimeter große Schlafmaus ist nur in Europa zu Hause. In Hessen leben Gartenschläfer (Eliomys quercinus) überwiegend in der Rhein-Main-Region und eventuell auch im Odenwald, wie Lang erläutert. In vielen Regionen sei die Art ausgestorben.

          Was fressen sie, wer frisst sie?

          Warum, ist bislang unklar. Zu den möglichen Ursachen könnten eine genetische Verarmung der Population, Krankheiten oder Einflüsse der Klimaveränderung zählen. Darum wollen Wissenschaftler der Universität Gießen, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und des Bundes für Umwelt und Naturschutz in einem bis 2024 geplanten Projekt untersuchen, was Gartenschläfer fressen, wie sie leben und welche Feinde sie haben. Und es geht um die Frage, ob Wiederansiedlungen sinnvoll sind. Das europaweite Verbreitungsgebiet ist laut Bundesamt für Naturschutz binnen 30 Jahren um mehr als die Hälfte geschrumpft – obwohl der Nager recht anpassungsfähig zu sein scheint.

          Er ist sowohl in kühlen Hochlagen der Mittelgebirge als auch in Kleingärten entlang des Rheins heimisch. „Deutschland ist für die weltweite Erhaltung des Gartenschläfers in hohem Maße verantwortlich, da ein großer Anteil des Weltbestandes bei uns lebt“, hebt das Bundesamt hervor.

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