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Carsten Knop

Protest gegen A49 : Lebensgefährlich und ohne Verantwortung

  • -Aktualisiert am

Vollsperrung: Sogenannte Aktivisten haben sich von der Brücke der Offenbacher Landstraße über die Autobahn 661 abgeseilt. Bild: Lucas Bäuml

Schon wieder seilen sich sogenannte Aktivisten von Autobahnbrücken ab. Die Folge ist ein Verkehrschaos in der Rhein-Main-Region. Woher aber leiten die Demonstranten ihre Legitimation ab?

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          Manchmal wollen Welten einfach nicht mehr zueinander passen. Die Abseilaktionen sogenannter Umweltaktivsten von Autobahnbrücken sind ein Beispiel dafür. Sie sind lebensgefährlich. Sie gefährden zudem Dritte, und sie verfehlen ihr Ziel. Das wollen diejenigen, die mit diesen Aktionen gegen den überfälligen Ausbau der Autobahn 49 protestieren, keinesfalls einsehen. Das letzte Mal wurde einem Kommentar, der eine solche Aktion verurteilte, weil sie einen Unfall mit einem Schwerverletzten provoziert hatte, kurzerhand Boshaftigkeit unterstellt.

          Wohlgemerkt gegenüber denjenigen, die sich abgeseilt haben, nicht gegenüber dem Unfallopfer. In den Augen der sogenannten Aktivisten war der Autofahrer an seinem Leid nämlich selbst schuld. Die Unterstellung, der Skoda-Fahrer sei zu schnell gefahren, war schnell ausgesprochen. Ursache und Wirkung, wen interessiert es?

          Wenn doch inmitten der Klimakrise ein Wald gerodet wird, ist alles erlaubt, oder nicht? Unbelehrbar ist man ja nie selbst, sondern derjenige, der noch immer nicht verstanden haben soll, was die Klima-Stunde geschlagen hat. Also gesagt, getan: Am Montagmorgen haben sich Menschen, die sich nur dem Klima gegenüber verantwortlich fühlen, gleich an verschiedenen Stellen von mehreren Brücken abgeseilt. Dieses Mal waren es – wieder – die A3, aber auch die A 661 und die A 5.

          Umfassendes Verkehrschaos

          Das Ergebnis: Zum Glück kein Schwerverletzter, aber ein umfassendes Verkehrschaos im gesamten Rhein-Main-Gebiet, auch im öffentlichen Personennahverkehr. Es trifft also Handwerker, die ihre Termine nicht wahrnehmen können, obwohl sie zum Teil durch Corona in größter wirtschaftlicher Not sind, Menschen, die auf der Arbeit zu retten versuchen, was zu retten ist – sie müssen halt warten.

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          Dabei haben sie gewiss ebenfalls Sorgen um das Klima, aber sie haben eben auch Vertrauen in einen Rechtsstaat, der den Weiterbau der A 49 vier Jahrzehnte lang geprüft und alles Vertretbare an Ausgleichsmaßnahmen beschlossen hat. Bevor schon wieder Missverständnisse aufkommen: Natürlich sind Proteste gegen den Weiterbau der A49 grundsätzlich legitim. Es hat sie schließlich 40 Jahre lang gegeben. Aber jetzt ist alles geklärt und juristisch bis zur letzten Instanz ausgefochten. Es wird aufgeforstet.

          Und Menschen, die eine ganze Generation lang unter extremem Lärm gelitten haben, werden endlich entlastet. Es wird verhältnismäßig gehandelt, so wie es in und von einem Rechtsstaat verlangt wird. Das muss man aber auch von den sogenannten Aktivisten verlangen. Aber vermutlich sehen die das ganz anders; Verantwortungslosigkeit wird von ihnen einfach anders definiert. Das reicht als Begründung. Es sind Welten, die nicht zusammen passen.

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