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Wandertipp : Was Frankfurt zusammenhält

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Diese Kopfweide wurde nach einer Idee des Karikaturisten F.K. Waechter im Rahmen der künstlerischen Aufwertung des Grüngürtels zum „Struwwelpeter“. Bild: Thomas Klein

Eine Erfolgsgeschichte – seit 30 Jahren schützt der Grüngürtel ein Drittel des Frankfurter Stadtgebiets vor Begehrlichkeiten. Mit Wäldern, Wiesen und Alteichen ist der Südwesten besonders vielfältig.

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          An einem Tag ist er nicht abzugehen, der 65 Kilometer messende Rundweg des Frankfurter Grüngürtels. Neben einer etwas längeren Radroute steht er für das Band, das die vor 30 Jahren begründete Grünzone rings um die Mainmetropole sichtbar und symbolträchtig zusammenhält. Und doch berührt die Schleife nur den geringsten Teil jener 8000 Hektar, entsprechend einem Drittel der Gesamtfläche, die seit dem einstimmigen Beschluss der Stadtverordneten von 1991 dem geläufigen Denken entzogen sind, in freien Arealen primär Bauerwartungsland zu sehen.

          Trotz zunehmenden Siedlungsdrucks blieb der alle Landschaftsformen berücksichtigende Grüngürtel – Wälder, Obstwiesen, Felder, Biotope, Parks – bis auf wenige Hektar unangetastet. Vor einer Zweckentfremdung bewahrt den größten Teil ohnehin die Ausweisung als Natur- oder Landschaftsschutzgebiete. Ihre Besonderheiten sind denn auch die Leitschiene des Grüngürtelwegs.

          Vom Berger Rücken folgt er im Norden vorwiegend dem Einzugsgebiet der Nidda, springt bei Höchst über den Main, berührt die Schwanheimer Düne und durchmisst dann den gesamten Stadtwald. Zweifellos bildet er das Herzstück, nicht nur nach Ausdehnung (mehr als 4000 Hektar) und als Frischluftmotor, er ist auch historisch eng mit der Mainmetropole verbunden. Durch den Erwerb des Königsforstes 1372 stieg Frankfurt zur Reichsstadt auf, und hier, geht man noch stärker zurück, liegen seine Anfänge buchstäblich begraben.

          500 Jahre alte Eichen

          Konservierend wirkte insbesondere die Kelsterbacher Terrasse nahe Schwanheim. Diese bis zu 20 Meter hohe, kilometerlange Geländestufe wurde vor 100.000 Jahren vom ungleich mächtigeren Main aus nacheiszeitlichem Schwemmgut abgelagert. Hochwasserfrei am Rand einer fruchtbaren Senke, zog sie früh Menschen an, was sich in zahlreichen Hinterlassenschaften niederschlug. Die ältesten Artefakte werden einem 60.000 Jahre alten Hominiden zugeschrieben.

          Auch die jüngere Vergangenheit des erstmals anno 880 genannten „Sueinheims“ findet im Landschaftsbild ihren Niederschlag. Die jahrhundertelang vorherrschende Weidewirtschaft hat mit den Schwanheimer Wiesen ein bedeutendes Grasbiotop geschaffen. Sie werden von Verbuschung freigehalten wie ihr Gegenstück, die Alt- oder Huteeichen, von zu starkem Unterwuchs. Allein das zum Fressen in die Wälder getriebene Vieh ermöglichte das Auswachsen der Bäume zu mehrhundertjährigen Patriarchen.

          Im 19. Jahrhundert von der Kronberger Malerkolonie als Augenweide entdeckt, dann aufgeforstet und verstruppt, sind die rund 500 Jahre alten Eichen im Rahmen der Grüngürtelmaßnahmen unterdessen „freigestellt“. Fritz Wucherers Gemälde „Bei den Schwanheimer Eichen“ von 1899 steht zum Vergleich mit der damaligen Ansicht als großformatige Kopie daneben.

          Hier geht es lang

          Wanderstart ist an der Straßenbahnhaltestelle Waldfriedhof in Goldstein; davor ein langer Parkstreifen. So nicht ein Abstecher zum Goldsteinpark unternommen wird, folgt man den Gleisen links über die nächste Station Waldau hinaus und kurz danach rechts in die gleichnamige Schneise.

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          Dort schließt sich auch die Runde bei einer Extraschleife: Dann am Parkplatzende in den autofreien Tannenkopfweg und weiter dessen Verlängerung jenseits der Straßburger Straße. Aus dem nächsten Sträßchen (Am Wiesenhof) heißt es rechts, begleitet von mächtigen Eichen, zum Goldsteinpark, einer der ersten Anlagen Heinrich Siesmayers, mit beeindruckendem Baumbestand auf hohen Flugsanddünen.

          Entgegengesetzt steht das um 1860 anstelle einer mittelalterlichen Wasserburg der Frankfurter Patrizierfamilie Goldstein entstandene Herrenhaus. Etwas dahinter, ab der Kreuzung mit Obstgeschäft, gelangt man rechts in die Straße Zur Waldau; weiter an ihrem Ende am Zaun der Sportanlage gegenüber entlang, ausgangs rechts und gleich links über die Gleise zu besagter Waldauschneise.

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