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Wandertipp : Der Altkönig ist Herausforderung statt Hindernis

  • -Aktualisiert am

Mit einer titanischen Leistung schufen Kelten die beiden vollständig erhaltenen Ringwälle am Altkönig im Taunus. Bild: Thomas Klein

Mit jedem Schritt hinauf steigt nicht nur die Ehrfurcht vor der titanischen Leistung der Kelten, wie sie den 800 Meter hohen Altkönig durch zwei mächtige Ringwälle umgürtet haben. Unweigerlich stellen sich auch Fragen nach Sinn und Nutzung.

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          Von der Rhein-Main-Ebene aus muss der Anblick imponierend gewesen sein – jene zwei gigantischen, hell leuchtenden Steinkränze, die dem knapp 800 Meter hohen Altkönig kronengleich aufsaßen. Inzwischen weitgehend zugewachsen, ist kaum noch erkennbar, welch ungewöhnlich gut erhaltenes Bodendenkmal der Gipfel mit den beiden Ringwällen aus der Keltenzeit birgt. Um sie zu erleben, muss man per pedes hinauf, was den dritthöchsten Taunusberg nicht zuletzt im kontemplativen Verständnis vom vielbesuchten Großen Feldberg abhebt.

          Die Substanz ist beeindruckend genug, darüber nachzusinnen, welche Antriebskräfte hinter der titanischen Leistung zum Errichten der 1390 und 980 Meter langen Mauern standen. Tiefere Geheimnisse werden sie nicht offenbaren, aber eine durchaus allgemeingültige Erkenntnis – des Lebens Hindernisse als Herausforderung anzunehmen. Vielleicht motivierte die Menschen, am Stammeszentrum, wenn nicht an einem Heiligtum mitzuwirken. Die schwierige Topographie spricht zweifellos gegen ein Arbeiten unter Zwang.

          Typische Architektur keltischer Festungen

          Schon das Material verlangte den Erbauern alles ab. In Form von Quarzithalden lag mehr als ausreichend davon herum, allerdings ist das Zurichten des extrem harten Gesteins schwierig. Dennoch passen die Platten perfekt über- und ineinander, vereinzelt sind selbst Aussparungen für die Balken erhalten, von denen die Mauern kastenartig zusammengehalten wurden.

          Diese typische Architektur keltischer Festungen erkannte als erster der Altertumsforscher Carl August von Cohausen bei Grabungen 1882. Nach jahrhundertelangen Spekulationen um germanische oder römische Könige, die dort residiert haben sollen, lag er auch mit der Datierung ins fünfte vorchristliche Jahrhundert der frühen La-Tène-Zeit richtig. Keine Schlüsse ließen die spärlichen Funde zu. Das könnte auf eine Fliehburg deuten, doch selbst dafür erscheint das Plateau ungeeignet und der Aufwand zum Instandhalten der witterungsanfälligen Holz-Steine-Konstruktion als zu groß. Feuchtigkeit und Frost wird der mörtellosen Mauern größter Feind gewesen sein.

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          Am Ende eine respektheischende Machtdemonstration? Auch Burgen wurden ja nicht allein aus strategischen Gründen auf Erhebungen gesetzt. Da braucht man nur an den Fuß des Altkönigs zu schauen, wo in 450 Meter Höhe die Falkenstein thront. Anstelle einer bereits im 11. Jahrhundert errichteten Turmburg namens Nürings – deren Grundmauern restauriert sind – erwuchs zwei Jahrhunderte später eine unübersehbare Burg. Über ihr großartiges Panorama bis Odenwald und Spessart kommt man den Motiven der Herren auf dem Altkönig etwas näher. Wer dort saß, beherrschte das Rhein-Main-Gebiet.

          Wegbeschreibung

          Als „Basislager“ für einen Gipfelsturm auf den Altkönig ist der Königsteiner Ortsteil Falkenstein gut geeignet. Der fordernde Anstieg über die südöstliche Flanke kann den Respekt vor der Bauleistung der Kelten nur noch steigern. Dagegen wirkt ein Abstecher zur Burg Falkenstein wie ein Spaziergang. Ob am Wanderanfang oder -ende, in gut fünf Minuten steht man an dem aussichtsreichen Gemäuer; einige Schritte weiter bieten sich vom Dettweiler Tempel fast noch bessere Ausblicke.

          Die Ruine ist ab der katholischen Pfarrkirche angezeigt. Wenige Schritte unterhalb liegt die Bushaltestelle Ehrenmal. (Parken lässt sich im oder ausgangs des Reichenbachweges.) Am Verkehrskreisel davor nehmen wir die Markierung blauer Strich auf, kurz abwärts und links an dem großen, von einer Klinik genutzten Backsteinbau in den Debusweg.

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