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Der Wandertipp : Rätsel um Bilder und Bäume

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Einige Meter dahinter biegt der Weg rechts ein und führt, flankiert von Apfelbäumen, geradeaus etwa 300 Meter bis zu einer Gabelung. Wahlweise kann man nun im Gefolge der Chronologie die Richtung beibehalten – oder entgegen laufen. Dann geht es nach links und gleich rechts auf den vergrasten Pfad. Dieser Teil bietet mehr Mitmachstationen und ist botanisch vielfältiger.

Bald nach dem Rechtsknick über ein Bächlein finden die Partien wieder zusammen und halten – wieder auf einem Kulturweg – neben ausladenden Apfel- und Birnbäumen auf das Gebäude am Waldrand zu; der jüngst geschlossenen Einkehr „Schabernack“. Deshalb schwenkt der Kulturweg ein Stück vorher nach links ab und führt durch Wiesen zum Wald, in dem er nach einer Weile die Markierungen roter Punkt und schwarzes D hinzunimmt.

Gemeinsam streben sie der rondellartigen Rodberghütte entgegen. Sie ist nicht bewirtschaftet, wie die Sitzgruppen nahelegen könnten. Die Bänke bieten freilich Gelegenheit zum Kräftesammeln vor dem Anstieg auf den 415 Meter hohen Reuschberg. Hierfür gilt alleine das Zeichen D (hinter der Hütte links). Unter Fichten gewinnt frt Weg mit Serpentinen an Höhe, ehe er sich geradeaus auf dem Gipfelgrat einpendelt und schließlich über den Ringwall die Bergfestung „erobert“.

Viel schwieriger ist die Topographie der Westspitze, wo der Wall an der steil abfallenden Flanke sitzt. Das D weist hindurch und biegt unterhalb scharf rechts ein. Wie zum Ausgleich für die kleine Klettertour darf man sich nun lange auf vorwiegend ebenen Wegen an abwechslungsreichen Waldbildern erfreuen, dabei mehrfach die Richtung wechselnd.

So auch mit Erreichen des Kahlgrundes nach gut dreieinhalb Kilometern. Dort geht es nochmal rechts und erst am Richtungspfosten Stutz 500 Meter weiter links gen Groß- und Kleinkahl. Unterwegs wird das Zeichen roter Diagonalstrich relevant. Es begleitet in den Doppelort, rechts (Kirchstraße) und links über die Kahl zur Großkahlerstraße. An ihr geht es kurz nach links zum rechts ansteigenden Jakobsbergweg.

Abertausende Obstbäume prägen das Bild im Kahlgrund. Bei Schöllkrippen führt ein kindgerechter „Streuobst-Erlebnispfad“ durch die blühende Pracht
Abertausende Obstbäume prägen das Bild im Kahlgrund. Bei Schöllkrippen führt ein kindgerechter „Streuobst-Erlebnispfad“ durch die blühende Pracht : Bild: Thomas Klein

Nach dem Rechtsabzweig bleiben einige Neubauten zurück, und es geht in Linksbogen unverändert hinan, dann geradeaus, durch Wiesen einer hohen Hecke entgegen. Dahinter rechts gen nahem Richtungspfosten Jakobsberg. Kruzifix und Bank laden zum Verweilen, bevor es mit dem finalen Zeichen rotes X über den großartige Ausblicke bietenden Höhenrücken nach Schöllkrippen zurückgeht. Gegen Ende steht man wieder zwischen Neubauten; unten geht es nach rechts in den älteren Teil mit dem vorgelagerten Bahnhof.

Sehenwert

Am südlichen Ortsrand von Schöllkrippen entstand um 1300 über älteren Fundamenten St. Katharina mit „Vierung“: Die Querarme wurden erst 1964 angefügt. Beachtenswert sind die Kapitelle am Triumphbogen sowie eine nach ihrer Entdeckung 1958 im Chor aufgestellte Bildplatte aus der Zeit um 800. Sie zeigt christliche und profane Motive: Runen, Radkreuze, Dreiecke und Mühlespiel.

Dem Schutz des kurmainzischen Schlosses aus dem 15. Jahrhundert (heute Rathaus) diente St. Lukas. Das gedrungene Turmquadrat besitzt zwei Meter starke Wände und einen pylonenförmigen Steinaufsatz. Ob der Ringwall Altenburg am Reuschenberg eine Wehrfunktion hatte, ist unklar. Das 50 Meter lange Oval könnte auch eine mittelalterliche Fliehburg gewesen sein. Wall und Graben sind gut sichtbar.

Anfahrt

Mit dem Auto: Schöllkrippen liegt fast am Ende des Kahlgrunds; Zufahrt über A 3 und Hösbach oder A 45, Alzenau/Nord und Mömbris.

Öffentliche Verkehrsmittel: Stündliche Bahnverbindung über Kahl.

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