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Der Wandertipp : Aus Sicht der Römer

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Es ist die Zufahrt des nahen Bundeswehrdepots Köppern. Das Limeszeichen umschifft es großräumig gen Kapersburg östlich. Etwas kürzer und angenehmer, weil flacher ist die Variante links herum. Es sei denn, man lässt das Kastell aus. Dann rechts mit dem Türmchen über den Schlängelpfad parallel zur Straße und nach gut tausend Metern rechts in die Hauptstrecke eingefädelt.

Ansonsten heißt es links dem breiten Asphaltband zum Haupttor der Militäreinrichtung gefolgt und dahinter rechts zwischen Heckensaum und Zaun auf nun unbefestigtem Weg weiter. Einmal erhaschen wir hierbei quasi den Blick der Römer über Wehrheim und das Usinger Becken bis zum Großen Feldberg, nur um gleich wieder von Bäumen verdeckt zu werden. Noch einen Kilometer begleitet man den Zaun an der Westseite, ehe rechts aufwärts weiter daran entlang zur Kapersburg eingewiesen wird.

Oben liegt das Kastellfundament etwas versteckt. Die Grundmauern der vorgelagerten Therme offenbaren sich erst hinter dem zu kreuzenden Limes und einem Holzgebäude. Leicht ansteigend durchmisst die Via principalis auf ganzer Länge zwischen West- und Osttor das parkartige, mit Tischen und Bänken ausgestattete Gelände.

Unter den bereits hier anzutreffenden Markierungen konzentrieren wir uns auf den Dreierverbund aus blauem X sowie T und liegendem U (beide schwarz) und schwenken mit ihnen oben rechts in die Tiefen der Taunuswälder. In immer neuen Aufzügen wechseln Buchen und Eichen beim Gang über den Wellenberg und dann lange abwärts, nur unterbrochen von der Zufahrtsstraße des Bundeswehrdepots. Drüben, unter Aufnahme der Abkürzenden, findet der prachtvolle Laubwald bei unverändertem Geradeaus seine Fortsetzung, bis mit dem Rechtsabzweig 700 Meter weiter für den Anstieg auf den Graueberg umgeschaltet werden muss. Erst am höchsten Punkt ist von einer Plattform erkennbar, dass an der Südflanke das riesige Loch des Quarzitbruchs klafft.

Anschließend geht es nur noch bergab, wobei sturmbedingt umgestürzte Bäume zu umkurven sind. Zu beachten ist unten, dass die Markierungen nach rechts den Limeswall übersteigen und dahinter links in den vom Auftakt bekannten Abschnitt einweisen.

Daten

Länge: 15 (8) km
Höhenmeter: 330
Karte: Hochtaunus,  Maßstab 1:25000,  Verlag NaturNavi

Anfahrt

Über die A 5, Ausfahrt Friedberg, weiter Richtung Usingen durch das Köpperner Tal bis zur Einfahrt Lochmühle/Saalburg-Siedlung; oder A661 und B456 über Bad Homburg und Saalburg. Öffentliche Verkehrsmittel: halbstündige (sonntags stündliche) Bahnverbindung ab Bad Homburg (S 5).

Sehenswert

Zu den sehr gut erhaltenen Passagen des römischen Limes zählt die Strecke im Hochtaunus, wo die noch mannshohen Wälle fast lückenlos verfolgbar und die Kastelle und Türme zumindest in Grundzügen gesichert sind. Anschaulichkeit und Erforschung trugen wesentlich zur Anerkennung des gesamten Obergermanisch-Raetischen Limes als Unesco-Weltkulturerbe 2005 bei.

Abgesehen von der wiederaufgebauten Saalburg, gilt das Numeruskastell Kapersburg zwischen Rosbach und Wehrheim als das am besten bewahrte Militärlager. Alle Einrichtungen vom Fahnenheiligtum bis zur vorgelagerten Badeanlage konnten freigelegt und großweise aufgemauert werden.

Die Besonderheit liegt im baulichen Nachweis der schrittweisen Aufgabe des Limes seit den Germaneneinfällen im 3. Jahrhundert. Hinsichtlich der nur noch zu einem Viertel der ursprünglichen Kastellgröße von 1,6 Hektar genutzten Fläche hielt zuletzt lediglich eine Handvoll der ursprünglich 200 Mann starken Besatzung die Stellung.

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