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Wandertipp fürs Wochenende : Der Aartal-Stausee ist so nützlich wie angenehm

  • -Aktualisiert am

Aussicht auf den 90 Hektar großen Aartalsee bei Bischoffen im Lahn-Dill-Kreis. Bild: Thomas Klein

Bade- und Naturfreuden verheißt der mittelhessische Aartal-Stausee. Angelegt wurde er zum Hochwasserschutz. Aber hinter der Staumauer kann gesegelt, geangelt und geschwommen werden.

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          Vor 35 Jahren erfolgte der erste Spatenstich zur Aartalsperre bei Bischoffen im Lahn-Dill-Kreis. Den akuten Auslöser zum Bau der 90 Hektar großen Anlage gab das Hochwasser der Dill und ihrer Nebenflüsse im Februar 1984, das in Herborn und Umgebung wie schon mehrfach zuvor große Schäden anrichtete. Seit Fertigstellung des vier Millionen Kubikmeter fassenden Rückhaltebeckens 1992 erfüllt es seine Funktion und verhinderte neuerliche Fluten.

          Doch nicht nur. Hinter der 270 Meter langen Staumauer des Hauptsees darf gesegelt, geangelt und an einem Wiesenstrandbad geschwommen werden. Allerdings nicht in dem durch einen Straßendamm abgetrennten Vorbecken. Dort wurde dank 21 unterschiedlich gestalteter Inselchen ein Refugium für Flora und Fauna geschaffen, das unter Einbeziehung breiter Uferstreifen auf knapp 50 Hektar geschützt ist. Selbst beim Wasserstand beachtet man die Naturbelange. Unterdessen zählt der Aartalsee zu den bedeutendsten Vogelrefugien Hessens. Gut 60 ortsfeste Arten und über 150 Durchzügler werden beobachtet, darunter Haubentaucher, Graureiher, Bekassine, Fischadler und Baumfalke.

          Der Mensch wird in dieser Idylle nicht ausgesperrt. Beide Seehälften umrunden acht Kilometer Uferwege, die in den nahen Wiesen und Wäldern ihre Fortsetzung finden. Eine der 19 ergänzend zum 86 Kilometer langen Lahn-Dill-Bergpfad angelegten „Extratouren“ greift noch weiter aus und bietet freie Sicht auf die im Sonnenlicht glitzernden Gewässer.

          Immer vor Augen hat man die Marienkirche in Niederweidbach. Sie beherrscht ein ungewöhnlich wuchtiger Chorturm aus dem frühen 14. Jahrhundert, der kaum das um 1500 angefügte Langhaus überragt. Hinter den schlichten Mauern erstaunt die reiche Ausstattung da umso mehr: Unter dem Ende des 19. Jahrhunderts farbig angelegten Kreuzrippengewölbe steht ein spätgotischer Altar, dessen drei große, vollplastische Figuren – die Muttergottes, Jacobus und Nikolaus – bemalte Tafeln mit Darstellungen zu Jesu Geburt und Marias Himmelfahrt flankieren.

          Wegbeschreibung

          Die Einstiegstafel der „Extratour Panoramaweg“ (vormals Hochzeitsweg) steht am großen Parkplatz zwischen dem Hotel-Restaurant „Seehof“ und dem Strandbad. Für das Parken werden (moderate) Gebühren verlangt. Weitere Stellflächen liegen beiderseits des Straßendamms. Von dort links in Sichtnähe zum See durch die Wiesen oder vom Strandparkplatz rechts; die Zugänge treffen ungefähr mittig zusammen und führen unter der Straße nach Niederweidbach.

          Das Symbol der Extratour, zwei stilisierte Berglinien (grün), verliert sich hier etwas. Dagegen zeigen Schilder eines Radwegs in den alten Kern mit seinen hübsch restaurierten Fachwerkhäusern. Darüber thront blendend weiß die Pfarrkirche. (1)

          Zu ihr klettert die Extratour eine Treppe hinauf. Wir folgen allerdings nicht deren ausholenden Schleifen ins Hinterland, sondern nehmen die Option eines verkürzten Einstiegs an. Er ist gleichfalls mit zwei geschwungenen Linien versehen, nur umgekehrt: weiß auf grünem Grund. Durch die Schulstraße, vorbei am Rathaus, bleibt Niederweidbach rasch zurück.

          Seinen Namen bezieht es vom anmutigen Weidbachtal, einer weit ausschwingenden, leicht ansteigenden Senke mit Vieh- und Graswirtschaft. Die Grenze bildet Wald, und entsprechend lässt der Weg am Baumsaum keine Windung aus, bis er nach gut einer halben Stunde den Wiederanschluss an die Hauptstrecke findet.

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