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Wahlkampf in Mainz : Viele neue Ideen und noch mehr Schulden

Morgenstimmung: Blick unter der Theodor-Heuss-Brücke hindurch auf das Mainzer Rheinufer. Am 27. Oktober findet in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt der erste Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl statt. Bild: dpa

Gleich vier Kandidaten fordern in Mainz Oberbürgermeister Michael Ebling von der SPD heraus. Dabei ist der Chefposten im Rathaus der finanzschwachen Stadt alles andere als vergnügungssteuerpflichtig.

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          Mehr als 1,2 Milliarden Euro Altlasten auf den Schultern und etliche neue Herausforderungen vor der Brust: Es gibt zweifellos Beschäftigungen, die nicht so anspruchsvoll und anstrengend sind wie jene, das Unternehmen „Landeshauptstadt Mainz“ mit seinen gut 4000 Mitarbeitern zu führen. Denn die Verschuldung der bald 220.000 Einwohner zählenden Kommune ist trotz der zuletzt eher günstigen Einnahmesituation weiterhin exorbitant hoch. Zudem fehlt es in der jährlich um gut 2000 Neubürger wachsenden Stadt an Wohnraum, vor allem an bezahlbarem. Und trotz großer Anstrengungen ist die Luftqualität in der City immer noch nicht so wie sie sein sollte. Außerdem stehen mit der Sanierung des maroden Rathauses, der Modernisierung des Gutenberg-Museums und des Kurfürstlichen Schlosses sowie der Umgestaltung der Ludwigsstraße nebst angrenzendem Karstadt-Komplex gleich mehrere, allesamt millionenschwere Bauprojekte auf der To-Do-Liste.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Gleichwohl haben sich fünf Bewerber – vier Männer und eine Frau – gefunden, die es sich zutrauen, den Chefposten im Rathaus von April 2020 an für die nächsten acht Jahre zu übernehmen. Bis dato führen sie getreu dem Motto „Jede(r) kämpft für sich allein“ einen eher unaufgeregten Kleingruppen- und Klientel-Wahlkampf mit schier unendlich vielen Einzelveranstaltungen, aber nur wenig Konfliktpotential. Wer bei der anstehenden Wahl eines Oberbürgermeisters respektive einer Oberbürgermeisterin den „Zuschlag“ bekommt, wird frühestens am Abend des 27. Oktober feststehen. Denn heute in drei Wochen sind rund 165.000 Bürger dazu aufgerufen, ihre Stimme in den dann von 8 bis 18 Uhr geöffneten Wahllokalen abzugeben. Da sich ein Dreikampf zwischen Amtsinhaber Michael Ebling (SPD), der Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner (Die Grünen) und dem als Unabhängiger antretenden Nino Haase abzeichnet, dürfte es in Runde eins vor allem darum gehen, welche beiden Top-Kandidaten es in die Stichwahl schaffen, die für 10. November anberaumt ist.

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