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Kommunalwahl in Hessen : Wahl-Software mit Tücken

Größer als eine Tischdecke: ein Muster-Stimmzettel zur Frankfurter Kommunalwahl im März. Bild: Picture-Alliance

Das Computerprogramm, das am 14. März bei den Kommunalwahlen in Hessen zum Einsatz kommen soll, hat in Bayern zuletzt geschwächelt. Der Vertreiber von „Votemanager“ versichert, das System sei inzwischen vor Hackern gefeit. Was ist davon zu halten?

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          Eine Kommunalwahl, wie sie am 14. März in Hessen stattfindet, ist nichts für schwache Nerven. Rund 4,7 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Alleine in Frankfurt haben die Wählerinnen und Wähler so viele Stimmen, wie Mandate zu vergeben sind – bei der Wahl zum Stadtparlament sind das 93 pro Kopf. Bei 515.000 Wahlberechtigten sind das folglich schnell Millionen Stimmen, die es zu verteilen gilt.

          Martin Benninghoff

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Behörden und ihre Wahlhelfer versuchen, Ordnung in diesen Datenwust der tischtuchgroßen Stimmzettel zu bringen. Und weil das händisch kaum möglich ist, behelfen sich die hessischen Kommunen mit der Computersoftware „Votemanager“ des Gütersloher Unternehmens Vote IT, die der kommunale IT-Dienstleister und Mitgesellschafter Ekom 21 für die Städte und Gemeinden nach einer Ausschreibung angeschafft hat. Das ist nachvollziehbar, wie auch der hessische Landeswahlleiter Wilhelm Kanther bestätigt, der formal für die Kommunalwahlen gar nicht zuständig ist: „Wahlen lassen sich ohne Erfassungssoftware nicht durchführen.“ Zumindest keine Wahlen wie in Hessen und Bayern, wo durch das Kumulieren und Panaschieren eine große Anzahl von Stimmen anfällt.

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