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Hilfe für Heranwachsende : Weder Kind noch Erwachsener

  • -Aktualisiert am

Platz zum Chillen: Selbstgemachte Dekoration und Sitzecken für die Heranwachsenden auf der Station 13 A Bild: Marcus Kaufhold

Auf einer eigenen Station in der Vitos Klinik werden seit einem Jahr Heranwachsende mit psychischen Störungen behandelt. Das Projekt ist in Hessen einmalig.

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          Petra hört Stimmen. Die junge Frau ist 19 Jahre alt und hat große Angst, schizophren zu sein. Die zwanzigjährige Lara wird schnell aggressiv, eckt mit allen Menschen an und hat den Wunsch, ihr Leben zu beenden. Tim ist 21 Jahre alt, antriebslos, liegt täglich bis 14 Uhr im Bett und weiß nichts mit seinem Leben anzufangen. Die gleichaltrige Diana hat eine schwere Angststörung, verlässt die elterliche Wohnung nicht mehr. Die vier Patienten, deren Namen und Geschichten aus Datenschutzgründen verändert wurden, stehen beispielhaft für junge Menschen, die auf der Station 13A in der Vitos Klinik in Riedstadt aufgenommen werden. Das Besondere an dieser in Hessen einmaligen Adoleszentenstation: Sie ist ein Kooperationsprojekt von Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Erwachsenenpsychiatrie und nimmt junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren auf.

          Von außen wirkt der Bau aus den Sechzigern, in dem die Station untergebracht ist, grau und düster. Innen aber ist es freundlich: mit hellgrünen Vorhängen, von Patienten gemalten bunten Bildern an den weißen Wänden und gemütlichen Sitzecken. Die Atmosphäre ist ruhig, geradezu „gechillt“. 16 Betten und vier Plätze für ambulante Akutbehandlungen gibt es. Außer den Ärzten und Therapeuten arbeiten hier 15 Erzieher und Pflegekräfte. Der Personalschlüssel ermöglicht, dass jeder Patient einen festen Ansprechpartner hat und seine Geschichte nicht immer wieder neu erzählen muss.

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