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Opfer von Hanau : Vili Viorel Paun für Zivilcourage geehrt

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Ein Bild, Blumen und ein Marmorkreuz für den ermordeten Vili-Viorel Păun am Kurt-Schumacher-Platz, ein Jahr nach seiner Ermordung im Februar 2020. Bild: Frank Röth

Vili Viorel Paun hatte während des Anschlags von Hanau im vergangenen Jahr versucht, den Täter zu stoppen, und kam dabei selbst zu Tode. Am Montag wurde er posthum mit der Hessischen Medaille für Zivilcourage gewürdigt.

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          Gut ein Jahr nach dem rassistisch motivierten Attentat mit neun Toten in Hanau wird das Anschlagsopfer Vili Viorel Paun posthum mit der Hessischen Medaille für Zivilcourage gewürdigt. Der Zweiundzwanzigjährige hatte den Täter verfolgt, um ihn zu stoppen - und soll von diesem in seinem Auto erschossen worden sein. Paun habe sich „selbstlos, mutig und entschlossen für seine Mitmenschen eingesetzt“, erklärte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag.

          Am Abend des 19. Februar 2020 hatte der 43 Jahre alte Tobias R. neun Menschen aus rassistischen Motiven in Hanau erschossen, bevor er vermutlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete.

          „Diese Auszeichnung bringt den Eltern ihren Sohn nicht zurück, sie soll aber ein Zeichen des Trostes und der Anerkennung seiner Courage sein“, begründete Bouffier die Entscheidung. Statt zu- oder wegzuschauen habe er versucht, Menschenleben zu retten.

          „Namen nicht vergessen“

          Damit habe Vili Viorel Paun aktiv die Eckpfeiler des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Menschenwürde und Solidarität verteidigt, hieß es in der Mitteilung. „Ich möchte damit insbesondere die Botschaft aller Hessinnen und Hessen verknüpfen, dass die Namen der Opfer ebenso wie das Leid, das der Täter nicht nur ihnen, sondern auch den Angehörigen und Freunden zugefügt hat, nicht vergessen werden“, erklärte Bouffier.

          Die Hessische Medaille für Zivilcourage wird seit Anfang 2009 verliehen. Damit ehrt das Land Menschen, die sich für die Werte der Hessischen Verfassung eingesetzt oder anderen Personen in Notsituationen Hilfe geleistet haben.

          Grundsätzlich kann jeder Bürger einen anderen vorschlagen. Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte die Stadt Hanau die neun Anschlagsopfer posthum mit der Ehrenplakette in Gold als höchste Auszeichnung der Stadt gewürdigt.

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