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Viernheim : Gen-Test überführt mutmaßlichen Sexualverbrecher

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Mit einem Gentest wurde ein 28-jähriger des Missbrauchs eines Mädchens in Viernheim überführt Bild: dpa

Mit Hilfe eines DNS-Tests hat die Polizei einen mutmaßlichen Sexualverbrecher fast vier Jahre nach der Tat überführt. Dem 28 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, sich 2005 in Viernheim auf dem Gelände einer Kirche an einer Fünfjährigen vergangen zu haben.

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          Wieder Erfolg durch den genetischen Fingerabdruck: Mit Hilfe eines DNS-Tests hat die Polizei einen mutmaßlichen Sexualverbrecher fast vier Jahre nach der Tat überführt. Dem 28 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, sich am 6. Oktober 2005 im südhessischen Viernheim auf dem Gelände einer Kirche an einer Fünfjährigen vergangen zu haben, teilten Sprecher der Polizei am Freitag in Heppenheim an der Bergstraße mit. Der dringend Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.
          Nach langen akribischen Ermittlungen stimmte schließlich eine bei einem anderen Delikt genommene Gen-Spur mit DNS-Material überein, das die Ermittler 2005 am Tatort sichergestellt hatten. Die Fahnder waren über 400 Spuren nachgegangen. Dem Verdächtigen droht laut Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe zwischen 2 und 15 Jahren.

          Der 28-Jährige wurde am Dienstagabend in Mannheim festgenommen, hat aber Verbindungen nach Viernheim. „Er schweigt zu der Tat“, sagte der Leiter der Sonderkommission, Jürgen Pfliegensdörfer. Der Mann sei bereits wegen Gewalt-, Eigentums- und Drogendelikten aufgefallen. Bei seiner Festnahme habe er keinen Widerstand geleistet. „Die Familie des Kindes ist über den Fahndungserfolg erleichtert.“ Das Mädchen sei über das schreckliche Ereignis allem Anschein nach hinweggekommen. „Dem Kind geht es gut.“

          Massenspeicheltest bei gut 2200 Personen

          Ermittler hatten von dem Tatverdächtigen nach einer räuberischen Erpressung im März 2009 eine Speichelprobe genommen. Ein Vergleich mit Tatort-Spuren in Viernheim brachte den Treffer. Einzelheiten zu den Gen-Spuren wollte Pfliegensdörfer aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Die Polizei hatte auch mit einem Massenspeicheltest bei mehr als 2200 Personen nach dem Täter gesucht, kam damit aber nicht weiter. Der nun Inhaftierte war bei dieser Aktion auch gar nicht ins Raster der Polizei geraten, weil er zu dem Zeitpunkt nicht in Viernheim wohnte. Daneben wurden allein 140 Gewerbebetriebe überprüft.

          Das Verbrechen hatte Bestürzung ausgelöst. Die Fünfjährige hatte auf dem Gelände der St. Marien-Kirche in Viernheim am 6. Oktober 2005 nach Kastanien gesucht. Pfliegensdörfer sprach angesichts des Gotteshauses von einem „Tabu-Tatort“. Vor sich auf dem Tisch hatte der Chef-Ermittler eine Kastanie vom Tatort liegen. Er habe sich zum Ziel gesetzt, die Kastanie so lange zu behalten, bis der Täter bestraft ist.

          Der Gentest

          Der genetische Fingerabdruck ist das erfolgreichste kriminalistische Instrument bei der Identifizierung von Tätern und der Zuordnung von Tatspuren. Bei dieser Analyse werden bestimmte Teile der DNS untersucht, die in allen menschlichen Zellen enthalten ist. Damit kann die Identität eines Menschen nahezu sicher festgestellt werden. Für eine DNS-Analyse genügen schon geringste Spuren - etwa Hautschuppen, Haare, Sperma oder Speichelreste. Wie beim herkömmlichen Fingerabdruck wird der Strich-Code der am Tatort gefundenen Erbsubstanz mit der des Verdächtigen verglichen. (lhe)

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