Mainzer Studie : Viele Flüchtlinge sind nicht studierfähig

Viele Flüchtlinge haben zwar einen Highschool-Abschluss und sind hochmotiviert, vielen fehlen aber trotzdem die Voraussetzungen für ein Studium. Das zeigt eine Mainzer Studie und nennt die Gründe.
Flüchtlinge, die in ihrem Gastland ein Studium aufnehmen wollen, haben oft mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das zeigt ein Forschungsprojekt der Universität Mainz. Das Team um die Wirtschaftspädagogin Olga Zlatkin-Troitschanskaia hat 1376 Migranten befragt, die sich über die Online-Plattform Kiron Open Higher Education auf den Hochschulbesuch vorbereiteten. Ihr Lernverlauf wurde über drei Jahre begleitet. 37 Prozent der Teilnehmer stammten aus Syrien, 20 Prozent waren weiblich, 28 Prozent haben Zuflucht in Deutschland gefunden.
Nach den Erkenntnissen der Forscher hatten die meisten befragten Flüchtlinge zwar einen Highschool-Abschluss und waren hochmotiviert, es fehlten ihnen aber oft trotzdem die Voraussetzungen für ein Studium. Das liege unter anderem daran, dass das Schulsystem ihrer Heimatländer nicht ausreichend auf den Besuch einer Hochschule vorbereite.
„Zuverlässiger Eignungstest nötig“
Auch fehlten häufig ausreichende Englischkenntnisse, um die Online-Kurse von Kiron zu bewältigen; drei Viertel hätten das nötige Sprachniveau B2 nicht erreicht.
Die Wirtschaftspädagogen empfehlen daher, das Erlernen von Englisch und der Sprache des Gastlandes ebenso zu fördern wie die Beherrschung der Muttersprache auf akademischem Niveau. Außerdem müsse dem Angebot von Kiron ein zuverlässiger Eignungstest vorgeschaltet und der Lernverlauf beobachtet werden.





