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: VHS Rheingau-Taunus beurlaubt Geschäftsführer

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Nach einer kurzen Phase der Ruhe macht die Volkshochschule Rheingau-Taunus wieder Schlagzeilen: Peter Christ, seit knapp zwei Jahren Geschäftsführer der Aus- und Weiterbildungseinrichtung mit Sitz in Taunusstein, hat die VHS aus nicht näher bekannten Gründen wieder verlassen.

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          Nach einer kurzen Phase der Ruhe macht die Volkshochschule Rheingau-Taunus wieder Schlagzeilen: Peter Christ, seit knapp zwei Jahren Geschäftsführer der Aus- und Weiterbildungseinrichtung mit Sitz in Taunusstein, hat die VHS aus nicht näher bekannten Gründen wieder verlassen. In einer sehr kurz gefaßten Mitteilung des Vorsitzenden des VHS-Vorstands, Hans-Jörg Vogel, heißt es, "auf Grund einer anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation, die derzeit für viele Bildungsträger gegeben ist, hat sich der Vorstand in Abstimmung mit dem Kreis zu einer tiefgreifenden organisatorischen Umgestaltung entschlossen". Daher werde sich Geschäftsführer Christ neuen beruflichen Herausforderungen zuwenden. Die Geschäftsführung werde übergangsweise zunächst von seiner Stellvertreterin Brigitte Harder übernommen.

          Harder hat darin Erfahrung, denn sie wurde auch an die Spitze berufen, als vor einigen Jahren VHS-Geschäftsführer Jörg Weber kurzfristig beurlaubt worden war. Vogel trat "Spekulationen" entgegen, Christ sei entlassen worden: Er sei allerdings beurlaubt und schon nicht mehr in der Geschäftsstelle tätig. Man habe sich mit ihm "einvernehmlich verständigt".

          Vogel macht für die schwierige finanzielle Lage der VHS den Sektor der beruflichen Aus- und Weiterbildung verantwortlich, der maßgeblich durch finanzielle Leistungen der Arbeitsämter finanziert wird und rund 75 Prozent der Einnahmen der VHS ausmacht. Weil die Arbeitsverwaltung die Finanzströme umlenke, sei die VHS "permanent in der Bredouille" und in einer "Zwangssituation". Der Vorstand werde die neue Situation beraten. Es sei eine "naheliegende Lösung", die Leitungsposition nicht neu zu besetzen und die Aufgaben anders zu verteilen. Dazu müsse man in gewachsene Strukturen eingreifen. Der Zwang zum "finanziellen Abspecken" habe auch vor der Führungsebene der VHS nicht haltmachen können.

          Für den Sektor der Erwachsenenbildung sieht Vogel nach seinen Worten derzeit keine Gefahr. Auch eine Erhöhung der Teilnehmergebühren werde derzeit nicht erwogen, weil dieses Potential schon "ausgereizt" sei. Vor vier Jahren war die VHS gemeinsam mit der mit ihr verbundenen Beschäftigungsgesellschaft wegen zum Teil falscher Abrechnungen und diverser Ungereimtheiten in die Kritik und schließlich in heftige Turbulenzen geraten, so daß sogar in Frage gestellt war, ob der Verein als Träger der VHS bestehenbleiben kann oder ob die Erwachsenenbildung nicht von einer GmbH oder einem Eigenbetrieb des Rheingau-Taunus-Kreises fortgeführt werden soll. Im Jahr 2000 schied der stark kritisierte Geschäftsführer Jörg Weber aus, und die Beschäftigungsgesellschaft wurde von der VHS gesellschaftsrechtlich und personell abgetrennt. Der damals 48 Jahre alte Christ wollte die VHS mit einem Umsatz von rund 4,3 Millionen Euro stabilisieren. Er geriet aber schon wenige Monate nach seinem Dienstantritt in die Kritik von Landrat Bernd Röttger (CDU), der Christ mangelnden Sparwillen vorwarf, was dieser mit dem Vorwurf konterte, der Kreis tue zuwenig für die VHS. (obo)

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