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Schrauben gelöst : Anschlagsversuch auf ICE-Strecke

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Auf einer ICE-Strecke in Hessen untersuchen Ermittler einen möglichen Anschlag, bei dem Schrauben an den Schienen gelockert wurden. Bild: dpa

Auf der ICE-Schnellstrecke zwischen Frankfurt und Köln sind zahlreiche Schrauben gelöst worden – offenbar mit Absicht. Innerhalb der Sicherheitsbehörden wird von einem Anschlagsversuch gesprochen. Dieses Szenario wurde schon seit langem befürchtet.

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          Auf der ICE-Schnellstrecke zwischen Frankfurt und Köln ist offenbar ein Anschlag vereitelt worden. Das hessische Landeskriminalamt bestätigte am Freitag Ermittlungen im Zusammenhang mit mehreren Schrauben, die an dem Gleis gelockert worden sind. Von einem Anschlagsversuch sprach die Behörde zunächst offiziell nicht. In einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Westhessen hieß es später, ein Anschlagsversuch könne nicht ausgeschlossen werden. Wie jedoch aus Sicherheitskreisen zu hören war, gehen die Ermittler davon aus, dass die Schrauben auf der Theißtalbrücke bei Niedernhausen absichtlich gelöst worden waren. Möglicherweise, um den Zug entgleisen zu lassen. Es hieß, dass womöglich mehrere Personen an der Manipulation beteiligt gewesen sind. Die Schrauben ließen sich nicht ohne Weiteres lösen. Es hieß, „da wusste jemand, was er tat“.

          Ob es sich um einen terroristischen Hintergrund handelt, ist derzeit unklar. Innerhalb der Sicherheitsbehörden gilt der Versuch, einen Anschlag auf einer Zugstrecke zu verüben, schon seit langem als mögliches Szenario. Entsprechende Warnungen hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben, nachdem etwa in islamistisch-terroristischen Kreisen dazu aufgerufen worden war. Verschärfend hinzu kommt in diesem Fall, dass die Behörden zurzeit besonders sensibilisiert sind, da befürchtet wird, dass einzelne extremistische Gruppierungen generell die derzeitige Situation und die angespannte Lage wegen des Coronavirus für ihre Zwecke ausnutzen wollen. Dem Vernehmen nach sind die Sicherheitsbehörden angehalten worden, speziell in dieser Zeit Aktivitäten extremistischer Gruppen zu verfolgen.

          Die Ermittlungen haben die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt aufgenommen. Die Strecke wurde für den Bahnverkehr gesperrt. Die Polizei sucht die Strecke nach Spuren ab. Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt.

          Zeugen, die im Umfeld der Bahnstrecke verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0800-1103333 bei der Polizei zu melden.

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